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04.04.2003
SV Spittal - SKÖ Köflach
4:4 (1:0)
Goldeckstadion, 300 Zuseher

1:0 Sascha Trkulja (16')
2:0 Peter Hohenberger (47')
3:0 Sascha Trkulja (63')
3:1 Bratschko (69')
3:2 Bernsteiner (70')
4:2 Reini Burits (76')
4:3 Hartl (85')
4:4 Bratschko (90')


Es war wohl eines der traurigsten Unentschieden in der Geschichte des SVS. In diesem Spiel waren alle Höhen und Tiefen des Fußballs enthalten.

Die ersten 15 - 20 min gehörten ganz dem SVS. Die Spieler attackierten den Gegner in dessen Hälfte aggressiv und sehr erfolgreich. Dies führte auch zur ersten großen Chance durch Suvad Rovcanin. Er erkämpft sich den Ball und geht in den Strafraum, scheitert allerdings alleinstehend vor dem Schlussmann der Köflacher. Doch nur wenige Minuten später (16.) tritt Thomas Reichhold einen Freistoß von der Mittellinie hoch in den Strafraum. Peter Hohenberger steigt wie gewohnt am höchsten, köpft über den herauslaufenden Tormann in Richtung leeres Tor und Sascha Trikulja braucht nur noch einzunetzen. 

Nach diesem Tor  schaltete Spittal einen Gang zurück (zufällig hörte ich nach dem Spiel ein Statement von Kurt Messner, wonach die Spittaler Mannschaft in der ersten Hälfte eine Jux-Truppe gewesen sein soll) und die Köflacher wurden stärker. Zwingende Chancen gab es für sie allerdings nicht. Der SVS wurde gegen Ende hin noch einmal stärker, forcierte das Direktspiel nahezu perfekt, auf unserer Tribüne hörte man Kommentare wie: „de spüln wie di Brasiliana“, oder: „des hob i noch nie gsegn“. Fast wurde die Spittaler Truppe in Minute 45 noch belohnt. Arnold Freissegger zirkelt einen Freistoß herrlich aus rund 19 m aufs Tor, der Schlussmann kann nur knapp abwehren. Danach gings ab in die verdiente Pause.

Hälfte zwei begann wie Hälfte eins. Die hochmotivierten Spittaler spielten nur nach vorne und waren nur durch Fouls zu stoppen. Es war in der 47. Minute. Ähnliche Freistoßposition wie bei Freissegger kurz vor der Pause. Diesmal steht Hohenberger in Schussposition.

Die alten Herren neben mir beginnen schon zu nörgeln, der Ball ginge sowieso auf den Trainingsplatz hinunter, da kracht es auch schon. Nolte legt kurz für Peter Hohenberger ab und dieser trifft den Ball so wuchtig, dass er kaum zu sehen ist. Schwer zu sehen war auch, ob der Ball wirklich im Tor war, denn er springt von unter der Querlatte irgendwie wieder heraus, ähnlich Geoff Hursts´ Treffer im Finale 66. Kurz stockt den Zuschauern der Atem, doch der Schiedsrichter gibt das Tor. Wolfgang Ott lief aus seinem eigenen Kasten überschwänglich  nach ganz vorne und stürzte sich auf den Torschützen. 

Die ganze Mannschaft freute sich wie schon lange nicht mehr. Es lief zu dieser Zeit gut für unseren SVS. Und als dann auch noch innerhalb weniger Minuten die Nummer 9 der Köflacher zwei dumme Fouls beging und vom Platz gestellt wurde (51.), schien es nur noch besser werden zu können. Die Köflacher taten mehr für die Offensive, dadurch öffneten sich auch Räume für Konter.

Minute 63. Kapitän Neidhart zieht auf der rechten Seite hinunter, kann vielleicht sogar selbst schießen. Uneigennützig spielt er jedoch den idealen Querpass auf Sascha Trikulja und dieser schließt routiniert ab. 3:0!! Freude bei den Spittaler Fans und Spielern.

Diese sollte aber nicht allzu lange währen. Ein mir unverständlicher Wechsel von Trainer Morgenstern brachte die Wende. Der überaus gut spielende Martin Abwerzger geht hinaus, Burits kommt herein. (Die Information, ob verletzungsbedingt getauscht wurde kann ich in den nächsten Tagen nachliefern, da ich Abwerzger fast jeden Tag sehe.) Durch diesen Tausch entstand auf der linken Abwehrseite ein Loch. Der SVS, wohlgemerkt mit einem Mann mehr, konnte die Überlegenheit nicht nutzen und ließ sich zurückdrängen. 2 Minuten nach dem angesprochenen Wechsel fiel das Tor. Durch einen einfachen Querpass auf unsere linke Abwehrseite kann der völlig frei stehende Köflacher Stürmer den Ball ins Tor schieben (69.). Spittal macht Ankick und kurz darauf kommt es zu einem unnötigen Ballverlust, eine ähnliche Situation wie zuvor, es steht nur mehr 3:2 (70.)

Die Mannschaft wirkt unsicher und völlig von der Rolle. Unkoordinierte Passes, unmotiviertes Wegschlagen bei völliger Unbedrängtheit. Nolte bringt dann wieder einigermaßen Ruhe ins Spiel, er selbst kommt nach einer Maßflanke von Prenn zu einem tollen Volleyschuss, der nur knapp vorbeigeht und die Mannschaft versucht den Ball wieder laufen zu lassen, ihre Feldüberlegenheit wieder herzustellen. Es ist der eingewechselte Burits der auf 4:2 in Minute 76 erhöht.

Die Partie schien gewonnen zu sein. Doch die Köflacher Mannen kämpften weiter und die Spittaler ruhten sich auf ihrem 2-Tore Polster aus.

Die logische Konsequenz war der Anschlusstreffer zum 3:4 (85.) aus Sicht der Auswärtsmannschaft. Ein schöner Spielzug und unsere gesamte Abwehr war ausgespielt. Der SVS war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden. Die gesamte Mannschaft war jetzt extrem nervös, jegliche Ordnung fehlte und es spielte nur noch der Gegner. Die Aufstellung entsprach vielmehr einem 10-0-0 System und die Truppe von Alois Morgenstern glich einem Hühnerstall in dem sich ein Fuchs befindet. Und in der 90. Minute zeigte zu allem Übel auch noch der Finger des Schiedsrichters auf den berühmten Elferpunkt. Wolfgang Ott war chancenlos und die Tragödie perfekt. 4:4 Endstand!

Resümee: Der Mannschaft fehlte es an Ruhe und Routine und unverständliche Wechsel des Trainers zogen die Mannschaft meiner Meinung nach auseinander. Positiv an diesem Spiel waren sicher die schöne Spielweise, die der SVS streckenweise an den Tag legte und die sehr ansprechende Leistung der jungen Spieler.

Caballeros waren an diesem sehr kalten Fußballabend leider nur 2 Stück zugegen! Ihr habt eine spannende Partie versäumt!


Thomas "Fomme" Berger für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"
April 2003