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16.05.2003
SV Spittal - ASK Voitsberg
1:0 (0:0)
Goldeckstadion
, 150 Zuseher

1:0 Reini Burits (75')

Die Hoffnung auf einen Sieg war vor dem Spiel wohl bei keinem der anwesenden Fans sehr groß. In den ersten fünf Minuten schien es so, als würde es eine rassige erste Hälfte geben. Doch nachdem Roberto Stessl in Minute vier nach einer schönen Flanke in den Strafraum knapp über das Tor geköpft hatte, war nichts, nämlich rein gar nichts mehr zu sehen, weder vom Tabellenvierten, noch von der Heimmannschaft. Die 22 Spieler hätten ebenso in der Kabine Schach spielen können, das wäre vielleicht sogar spannender gewesen.  

Angewidert von diesem grottenschlechten Kick, wenn man dies überhaupt so nennen kann, beschlossen wir 5 Caballeros und weitere 3 oder 4 Zuschauer, unserem Ärger positiv Luft zu machen, sprich unseren SVS anzufeuern.

Schnell waren wir in der richtigen Stimmung und brüllten so laut es unsere Stimmbänder zuließen.

Das Spiel wurde zwar deshalb nicht besser, aber Trainer Alois Morgenstern erfüllte unsere Wechselwünsche perfekt. Nach langem Rufen kam in der 58. Minute nämlich Hannes “Kily“ Kuba, für den glanzlosen Roberto Stessl, der wohl nur eingesetzt wurde, weil sein Herr Papa zu Besuch im Estadio war. Er brachte frischen Wind und das Spiel verlagerte sich mehr und mehr in die Hälfte der Voitsberger.

Wir sangen in der Zwischenzeit in der Ostkurve unsere Schlachtgesänge, die vom altbewährten “Hier regiert der SVS!“ über “Wir wolln den Reini sehn...“ bis hin zum bis zur Extase gegrölten, mindestens zehn Minuten dauernden “Que sera, sera...“ alles beinhalteten. 

Durch unsere lauten Organe scheinbar eingeschüchtert, begannen die Voitsberger in der Abwehr zu patzen, vor allem der Torhüter war bei hohen Bällen sehr unsicher.

Als dann in der 70. Minute A. Morgenstern unser dringliches Flehen nach Reini Burits erhörte und ihn für den bemühten, aber uneffektiven Svad Rovcanin einwechselte, wurde die Hoffnung größer, vielleicht doch noch ein Tor zu erzielen. Es ließ auch nicht lange auf sich warten.  

Ein Voitsberger Verteidiger gibt das Leder zum ohnehin schon nervösen Schlussmann zurück. Dieser lässt sich Zeit, “Kily setzt nach“, blockt den Befreiungsversuch des Torhüters ab, beweißt Übersicht und legt den Ball mit einem gefühlvollen Stanglpass Reinhart Burits genau vor die Füße. Für diesen kein Problem, er braucht nur noch den Ball ins leere Tor zu schieben. 1:0! (75.)

Freude bei den Spielern und frenetischer Jubel bei uns Fans. Fahnen, Schals und Gerstensaft wurden geschwenkt, die Stimmung war auf ihrem Höhepunkt und blieb auf diesem Level auch bis zum Ende. 

Zwei kleinere Herzattacken bescherte uns noch Wolfi Ott, der einen Ball falsch berechnete, herauslief, wieder zurücklief, den Ball zu fassen bekam, ihn wieder fallen ließ und ihn erst ihm zweiten Nachfassen an seine Brust drücken konnte, wie eine Mutter ihr Kind nach langer Trennung. 

Beim zweiten Mal stoppte er einen Rückpass, ließ sich Zeit, wie wenige Minuten zuvor sein Gegenüber im Voitsberger Kasten und schoss den herannahenden Stürmer genau an, der Ball ging aber glücklicherweise ins Out. 

Voitsberg versuchte in den letzten Minuten noch Druck zu machen, die Spittaler standen aber hinten meistens sehr sicher und so ertönte nach rund 94 Minuten der Schlusspfiff. 

Resümee:            
Eigentlich eine klassische 0:0 Partie, mit einem glücklicheren Ende für den SVS. Ohne Torchancen ein Tor, drei Punkte gegen den Tabellenvierten und eine super Stimmung in Hälfte zwei. Ein Fußballabend, der sich doch noch gelohnt hat!



Thomas "Fomme" Berger für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"

Mai 2003