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14.10.2005
SV Spittal - SK St- Andrä 2:0 (1:0)
Goldeckstadion, 600 Zuseher


1
:0 David Witteveen (40')
2:0 Udo Gasser (82')

 

Schlechte Nachrichten für die Fans des SVS vor diesem Derby: Claus Neidhardt hat sich im Training das Syndesmoseband gerissen, was bedeutet, dass unser Kapitän in diesem Herbst nicht mehr für den SVS auflaufen wird.

Trotzdem ist man vor dem Spiel durchaus guter Dinge, ist der SVS doch seit eineinhalb Jahren gegen Kärntner Mannschaften ungeschlagen.

Dass nicht nur der SVS Verletzungspech hat, zeigt sich dann bereits nach wenigen Minuten: Beide Stürmer von St. Andrä (Fladerer und Rader) müssen wegen Zerrungen ausgewechselt werden.

Trotzdem ist St. Andrä leicht überlegen, so gibt es ein Getümmel im Spittaler Strafraum (13’) und einen scharfen Schuss, der nur knapp am Spittaler Gehäuse vorbeigeht (16’). In der 30. Minute fliegt eine gefährliche Flanke in den Spittaler Strafraum, die aber glücklicherweise keinen Abnehmer findet, und ein Reinmayr-Schuss geht deutlich übers Tor.

Der SVS kommt erst in der 38. Minute wirklich gefährlich vor das Tor:

Angriff über links, schöne Spielverlagerung von Prepoli auf die rechte Seite, aber der freie Pirker schießt vom 16er über das Tor. Nur eine Minute später setzt sich der SVS in der Angriffszone fest und St. Andrä kann sich kaum noch befreien. Trupp erhält den Ball ca. 25 Meter vor dem Tor und dann wird’s brasilianisch: Angedeuteter Schuss, am ersten Lavanttaler vorbei, in den Strafraum, noch zwei Lavanttaler vernascht und dann ein mustergültiger Pass auf D. Witteveen, der den Ball aus kurzer Distanz sicher im Tor versenkt. Kurz danach ist Pause, und bei diesem Zwischenstand schmeckt das Pausenbier den 10 Caballeros natürlich doppelt so gut.

Anfangs der zweiten Halbzeit übernimmt wieder St. Andrä das Kommando, wird dabei aber nicht wirklich gefährlich zu gut steht die Abwehr des SVS, mehr als Halbchancen sind daher nicht drin für die Unterkärntner Millionentruppe.

Gefährlicher ist da schon der SVS: Simic spielt zwei Gegenspieler aus und dringt in den Strafraum ein, wo er gefoult wird (hätte er sich fallen lassen, hätte es wohl Elfer gegeben), läuft aber weiter, sein Schuss wird abgeblockt (61’). Wenige Minuten darauf noch zwei Chancen: Ein gut angetragener Prepoli-Freistoss bleibt in der Mauer hängen (65’) und ein Prenn-Schuss (nach Pass von Trupp) geht nur ganz knapp am langen Eck vorbei (67’).

In den letzten 20 Minuten macht St. Andrä zusehends auf, kann sich aber weiterhin keine klaren Torchancen erarbeiten. Aus einer Kontersituation entsteht dann das spielentscheidende 2:0: Simic lässt wieder einmal 2 Gegenspieler stehen, startet in die gegnerische Hälfte und spielt einen Traumpass auf Morgenstern, der den herausstürzenden Goriupp schön überhebt.

Ob der Ball reingegangen wäre, wird für immer ein Rätsel bleiben, da sich der St. Andrä-Verteidiger Hübler als Ersatztormann betätigt und den Ball runterfängt. Logische Folge: Rote Karte wegen Torraubs und Elfmeter für Spittal. Und den verwandelt Gasser mit einem scharfen, platzierten Schuss ins rechte Eck keine Chance für Goriupp, obwohl er im richtigen Eck war.

Danach ist die Luft heraußen und der SVS spielt das 2:0 locker nach Hause.

Fazit: Perfekte Taktik, geschlossene Mannschaftsleistung und gute Chancenauswertung ein verdienter Sieg für den SVS. Wirklich erfreulich, wie routiniert und abgeklärt unsre junge Mannschaft auftrat. St. Andrä hatte zwar mehr Ballbesitz und einige Halbchancen, wirklich gefährlich konnten die Lavanttaler aber nie werden.

Marco Witteveen bekam kaum einen Ball zu halten, die wenigen Schüsse, die auf seinen Kasten gingen, hatte er aber sicher.

Ganz stark gestern die Abwehr, Hannes Truskaller ersetzte den verletzten Claus Neidhardt bestens, aber auch Hannes Jochum, Daniel Trupp und Thomas Pirker spielten gewohnt gut.

Im Mittelfeld boten Martin Morgenstern und Norman Prenn an den Flanken eine durchschnittliche Leistung, Udo Gasser war sehr zweikampfstark und holte sich durch den verwandelten Elfer sicher einiges an Selbstvertrauen und Arsim Prepoli bot gegen seine Ex-Kameraden eine durchaus ansprechende Leistung.

Im Sturm kommt Zeljko Simic immer besser in Fahrt und war mit seiner feinen Technik einmal mehr die optimale Ergänzung zum kampf- und schussstarken David Witteveen.

Der SVS hat aus den letzten 4 Runden 10 Punkte geholt und sich damit endgültig im Spitzenfeld der Regionalliga Mitte festgesetzt. Das nächste Spiel ist aber ein Cupspiel, bereits am Montag geht es gegen den Red-Zac-Spitzenclub Altach. Wer weiß mit einer ähnlich konzentrierten und abgebrühten Leistung wie gegen St. Andrä ist vielleicht auch gegen die Vorarlberger eine Überraschung drinnen.
 



Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"
Oktober 2005