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28.04.2006
FC Wels - SV Spittal 1:1 (0:0)
ASKÖ Stadion, 250 Zuseher

0:1 Manuel Plattner (53')
1:1 Märzendorfer (55')

 

Nach dem tollen Sieg gegen Hartberg erwartete den SVS gestern gleich das nächste schwierige Spiel, war man doch bei Angstgegner Wels zu Gast. Der letzte Meistschaftssieg gegen die Oberösterreicher liegt immerhin schon mehr als 5 Jahre zurück..

Aufgrund der Gelb-Sperre von Hannes Truskaller rutschte wieder Udo Gasser in die Startelf, ansonsten vertraute Trainer Hrstic auf die erfolgreiche Mannschaft der letzten Wochen.

Bei gerade noch regulären Verhältnissen (Regenwetter und sehr tiefer Boden) beginnt der SVS klugerweise ziemlich vorsichtig – zu oft war man in der Vergangenheit in Welser Konter gelaufen. Da auch die Oberösterreicher kaum Anstalten machen, das Offensivspiel zu forcieren, ist die erste Halbzeit für die Zuschauer wenig aufregend. Torchancen ergeben sich am ehesten durch Standardsituationen, für Wels etwa durch einen Freistoß, den Stefan Takats erst im Nachfassen bändigen kann (30’).
Der SVS kommt in der 34. Minute zu seiner größten Chance, als die ansonsten sichere Wels-Abwehr einen weiten Pass verfehlt und Zeljko Simic völlig überraschend am gegnerischen 16er zum Ball kommt. Doch der Schuss unseres Legionärs ist zu zentral und stellt somit für den gegnerischen Tormann kein großes Problem dar.

Keine Spielerwechsel in der Halbzeit, also machen sich nach nur 10 Minuten Pause die 22 gleichen Spieler auf, im Schnürlregen den ASKÖ-Platz weiter zu beackern.
Zuerst sieht es danach aus, als ob die zweite Halbzeit nahtlos an die Tristesse der ersten 45 Minuten anschließt, doch dann haben die 10 – gestern stimmlich sehr gut aufgelegten – Caballeros Grund zur Freude:
Angriff Spittal, David Witteveen spielt am gegnerischen 16er Manuel Plattner schön frei, der noch einen Welser aussteigen lässt und den Ball eiskalt am herausstürzenden Tormann vorbei ins lange Eck schiebt. Bereits das 5. Tor im Frühjahr für unsren jüngsten Stürmer und einmal mehr ist es faszinierend zu sehen, mit welcher Coolness Plattner vor dem gegnerischen Tor agiert!

Doch während sich die Caballeros noch im kollektiven Freudentaumel befinden, schlägt der Fluch von Wels wieder zu: Freistoß aus ca. 25 Metern und der von Märzendorfer getretene Ball findet den Weg über die Mauer ins Spittaler Tor. Nach dem Spiel wurden zu diesem Treffer unterschiedliche Meinungen laut: Während die einen meinten, dass der Ball nicht zu halten war, wollten andere gesehen haben, dass es ein durchaus haltbares Tor war, da die Distanz doch recht groß und der Schuss nicht allzu scharf war. Wie dem auch sei – ohne eine große Torchance gehabt zu haben, kommt Wels zum Ausgleich.

Trotz des raschen Ausgleichs bleibt der SV Spittal die spielbestimmende Mannschaft, ohne allerdings volles Risiko zu gehen. In der 65. Minute eine sehr gute Chance, Witteveen tankt sich durch und kommt im Strafraum frei zum Schuss, doch „dank“ des Welser Ackers verspringt die Kugel just in dem Moment als Witteveen abdrücken will, und so wird aus einem Schuss nur ein Schüsschen.
10 Minuten vor Schluss die letzte Großchance für den SVS: Norman Prenn kommt über links, spielt quer in den Strafraum und Witteveen jagt die Kugel aus 7 Metern nur ganz knapp über das Welser Tor.

Pünktlich nach 90 Minuten pfeift Schiri Schuiki (leichte Heimtendenz, trotzdem gute Leistung) das Spiel ab und 11 waschelnasse und ziemlich angefressene Spittaler Kicker stapfen in die Katakomben des „Stadions“ hinab.

 

Fazit
Es bleibt dabei – der SVS kann gegen Wels einfach nicht gewinnen.
Vorwurf kann man unserer Elf allerdings keinen machen. Über die gesamte Spielzeit agierte man sehr diszipliniert und vermied es tunlichst, ins offene Messer zu laufen. Dass man aufgrund des verstärkten Augenmerks auf die Defensive weniger Offensivaktionen zu verzeichnen hatte als normalerweise, liegt auf der Hand.
Zudem waren die Platzverhältnisse sicherlich ein Nachteil für den SVS als die technisch reifere Mannschaft. Trotzdem hatte der SVS die besseren Torchancen, ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen, doch das Remis geht insgesamt auch in Ordnung.

  

Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"
April 2006