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05.11.2005 In den letzten Jahren gab’s für den SV Spittal nicht viel zu holen in Bleiburg, aber diesmal standen die Vorzeichen äußerst günstig: Während der SVS dank 4 Siegen in Folge an der Spitze der Tabelle lag, war in Bleiburg nach zwei hohen Auswärtsniederlagen (0:7 und 0:6) Feuer am Dach. Bei den 11 Caballeros, die das Spiel an diesem milden Novembernachmittag verfolgten, war daher Optimismus angesagt. Doch gleich von Beginn weg zeigt sich, dass die Unterkärntner keineswegs in Ehrfurcht vor dem SVS erstarren, mit aggressivem Spiel übernehmen sie vielmehr das Kommando. In der 9. Minute wird’s erstmals gefährlich, als die abgerissene Flanke eines Bleiburg-Spielers fast den Weg ins Tor findet. Im Gegenzug dann die erste nennenswerte Chance für den SVS: Prenn setzt sich im Mittelfeld durch, spielt ab auf Simic, der weiter auf Witteveen, der den Ball an der Strafraumgrenze ideal zu Simic zurücktropfen lässt, aber dessen Schuss aus aussichtsreicher Position fällt zu schwach aus. In der Folge erarbeiten sich die Bleiburger dank ihrer Feldüberlegenheit einige Standardsituationen, bei denen unsre Abwehr nicht immer sicher wirkt. In der 34. Minute ist es dann soweit: Nach einem Eckball steigt der aufgerückte Spitzer am höchsten und köpft zum verdienten 1:0 ein. Kurz vor der Pause eine für die verkorkste erste Halbzeit symptomatische Situation: Ein Eckballtrick, der heuer schon zweimal zu Toren geführt hat, misslingt völlig: Nach einer flachen Hereingabe zu dem an der Strafraumgrenze lauernden Prenn rutscht dieser aus, wodurch sich statt einer guten Chance für den SVS ein Konter für Bleiburg ergibt, der allerdings nichts Zählbares einbringt. In der Halbzeitpause reagiert Trainer Hrstic und bringt für Petricevic mit Plattner einen dritten Stürmer. Durch diesen Wechsel wird der SVS zusehends die spielbestimmende Mannschaft, echte Torchancen bleiben aber Mangelware, da die Bleiburger Hintermannschaft weiterhin diszipliniert und zweikampfstark spielt. Erst in der 61. Minute kommt der SVS in Person von Witteveen gefährlich vor das Tor, doch ein Bleiburger kann unserem einschussbereitem Stürmer den Ball noch vom Fuß spitzeln. Nur zwei Minuten später kommt Bleiburg auf billige Art und Weise zum zweiten Treffer: Ein Bleiburger wird rechts steil geschickt, Trupp bleibt stehen und reklamiert abseits anstatt weiterzulaufen. Dadurch kann der Bleiburger Spieler mutterseelenallein die rechte Seite entlanglaufen, dann noch in den Strafraum ziehen und einen Stangerlpass auf den „weißen Engel“, Stoisser, spielen, der keine Probleme hat, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. Auch danach läuft im Spittaler Offensivspiel wenig zusammen, erst in der 88. Minute die erste hundertprozentige Chance: Simic zieht nach schönem Zusammenspiel mit Witteveen alleine auf das Bleiburger Tor, scheitert aber am herauslaufenden Tormann und so endet das Spiel mit einem verdienten 2:0 für die Unterkärntner. Fazit: Die Tabellenführung bringt dem SV Spittal offenbar kein Glück. Zum zweiten Mal trat man in dieser Saison als Tabellenführer an und zum zweiten Mal gab’s eine Niederlage. Dieses Mal scheiterte man allerdings nicht nur an einem starken Gegner, sondern auch an der eigenen schwachen Tagesform. Bleiburg bot eine solide Leistung, wäre aber durchaus zu knacken gewesen. Leider ging beim SVS aber so ziemlich alles daneben, was daneben gehen kann. Man fand von Beginn des Spiels nicht richtig in die Zweikämpfe und auch spielerisch klappte vieles nicht, es gab jede Menge Abspielfehler, vor allem im Mittelfeld. Tormann Marco Witteveen bot als einziger eine fehlerlose Leistung und war bei den Gegentoren machtlos. In der Verteidigung konnte am ehesten Hannes Jochum überzeugen, wohingegen Daniel Trupp einen rabenschwarzen Tag erwischte, was vor allem beim 2:0 deutlich wurde. Im Mittelfeld sorgten am ehesten Normann Prenn und Hannes Truskaller für ein paar Akzente, überzeugen konnten sie allerdings auch nicht. Im Angriff bot David Witteveen eine ansprechende Leistung und war an jeder der wenigen gefährlichen Angriffsaktionen beteiligt. Der eingewechselte Manuel Plattner war sichtlich bemüht, konnte seine Schnelligkeit gegen die tief stehende Bleiburger Abwehr jedoch nur selten ausspielen. Und Zeljko Simic war ziemlich von der Rolle und verlor so gut wie jeden Zweikampf, ließ aber immerhin in einigen Aktionen seine Klasse aufblitzen. Auch wenn der SV Spittal in diesem Spiel schwach spielte und verdient verlor, ist es erfreulich, dass diese Leistung beileibe nicht charakteristisch für diesen Herbst ist. Der Herbstmeistertitel dürfte zwar futsch sein, aber der SVS wird zumindest auf Rang zwei überwintern und ist damit so weit vorne wie noch nie zuvor in seiner RLM-Geschichte. Insofern darf man mit dieser Herbstsaison sehr zufrieden sein und hoffen, dass die Mannschaft das Bleiburg-Spiel schnell vergisst und beim letzten Meisterschaftsspiel 2005 am Samstag gegen Voitsberg noch mal richtig Gas gibt.
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