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08.09.2006
SV Spittal - SV Allerheiligen 3:1 (2:0)
Goldeckstadion, 300 Zuseher

1:0 Claus Neidhardt (37')
2:0 Manuel Plattner (40')
3:0 Patrick Hölbling (48')
3:1 Sauer (66') 

Aufstellung SV Spittal: Witteveen; Truskaller, Neidhardt, Trupp; Hafner, Ebner (72. Walder), Gasser, Waitschacher, Simic; Plattner (83. Maier), Hölbling (86. Lassnig)

Eine neue taktische Aufstellung probierte Trainer Peter Hrstic beim Spiel gegen den Aufsteiger aus der Steiermark, statt dem 4-4-2 der letzten Runde schickte er diesmal eine 3-5-2 Aufstellung aufs Spielfeld; das bedeutete, dass Verteidiger Lassnig auf der Bank Platz nehmen mußte. Zusätzlich rutschte Ebner in die Startelf, da Gatternig verletzt ausfiel.

Und das neue Konzept sollte sich auszahlen, denn von Beginn des Spiels weg zeigt der SV Spittal, dass er nicht gewillt ist, das vierte Spiel in Folge zu verlieren. Mit aggressivem, engagiertem Spiel drängt man Allerheiligen in die eigene Hälfte und erzielt deutliche Feldvorteile.
Bereits in der 10. Minute bleibt den Caballeros der Torschrei in der Kehle stecken: Simic tankt sich schön durch und spielt einen Stanglpass auf Hölbling, der aber leider das Kunststück zustande bringt, zwei Meter vor dem leeren Tor den Ball nicht unter Kontrolle zu bringen. Eine Chance, die im Training wohl in 99 von 100 Fällen ein sicheres Tor ist.

Der SVS bleibt weiter überlegen, ein Schuss von Gasser geht nur knapp vorbei und ein Plattner-Schuss wird zur Beute des gegnerischen Tormannes. Allerheiligen kommt nur einmal gefährlich vors Spittaler Tor – ein Schuss von der Strafraumgrenze, der recht knapp am Tor vorbei geht, ist die gesamte Ausbeute der Offensivbemühungen der Gäste in der ersten Halbzeit.

In der 37. Minute ist es dann endlich soweit: Eckball für den SVS, Getümmel im Strafraum und irgendwie kommt Kapitän Claus Neidhardt mit dem Fuß an den Ball und versenkt die Kugel aus kurzer Distanz im gegnerischen Tor. Großer Jubel bei Spielern und Fans – endlich, nach mehr als 300 Minuten ist wieder ein Tor geglückt!

Doch nur wenige Minuten später kommt’s noch besser, denn der SVS erzielt das 2:0. Doch die Art und Weise, wie dieses Tor zustande kommt, wird wohl jedem Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben:
Der Allerheiligen-Tormann eilt aus seinem Strafraum auf die rechte Seite, um einen Ball nach vorne wegzuschlagen. Sein Schuss gerät jedoch etwas zu flach und trifft Manuel Plattner, der etwa 35 Meter leicht halblinks vor dem gegnerischen Tor steht. Und das Unwahrscheinliche wird wahr: Vom Kopf Plattners prallt der Ball die ganzen 35 Meter bis ins gegnerische Tor; bis der Goalie die Situation überzuckert hat und in seinen Kasten zurückeilt, ist es bereits zu spät und der Ball ist im Tor.
Zusammengefasst: Ein Kopfballtor aus unglaublichen 35 Metern und ein Torschütze, der eigentlich dem Ball hätte ausweichen wollen, nun aber benommen am Boden liegt und von seinen Mitspielern bejubelt wird.

Knapp vor der Pause also ein Spittal-Tor, und auch die zweite Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag: Patrick Hölbling wird knapp innerhalb des Strafraums angespielt, nimmt den Ball direkt, und der passt genau ins Eck. 3:0 also, und das erste Tor für Hölbling im Spittal-Dress.

Der SVS spielt weiter nach vorne und erspielt sich die eine oder andere Chance, von Allerheiligen hingegen ist weiterhin wenig zu sehen. Dann aber beschließt der Schiri, Schicksal zu spielen: Flanke in den Spittaler Strafraum, zwei Steirer versuchen den Ball zu erreichen und stoßen dabei zusammen und zur Überraschung aller entscheidet der Mann in schwarz auf Elfmeter. Eine nahezu unglaubliche Fehlentscheidung, war doch kein Spittal-Spieler auch nur annähernd in der Nähe des Balls. Aber was bringts, Schiedsrichterentscheidungen sind nun einmal Tatsachenentscheidungen und die Steirer lassen sich das Elfergeschenk nicht entgehen.

Dadurch ändert sich der Charakter des Spiels, Allerheiligen bekommt Oberwasser und nimmt das Heft in die Hand. Bis zur 80. Minute ist der Ball meistens in der Spittaler Hälfte zu finden, doch die Spittaler Abwehr und zweimal Tormann Witteveen können das eigene Tor rein halten.
In den letzten Minuten des Spiels tut sich nicht mehr viel, und so bleibt es bis zum Schlusspfiff beim 3:1


Fazit: Verdienter Heimsieg des SV Spittal.
Der SVS agierte aggressiver, offensiver und spielerisch besser als der SV Allerheiligen und erzwang so das Glück. Das 3:1 entspricht im großen und ganzen den gezeigten Leistungen; zwar war das 2:0 ein kurioses und glückliches Tor, dafür war der Elfmeter für Allerheiligen nie und nimmer zu geben.

Sehr auffällig agierte Udo Gasser, der nicht nur defensiv abräumte, sondern auch bei einigen Offensivszenen seine Beine im Spiel hatte. Seine Chance nutzen konnte auch Sandro Ebner, bei seinem ersten Spiel von Beginn an konnte er mit Schnelligkeit und Technik glänzen.
Überhaupt steigerte sich das Mittelfeld im Vergleich zu den letzten Runden weiter und war bester Mannschaftsteil, doch auch die Abwehr stand, umsichtig dirigiert von Clause Neidhardt, bombensicher. Insgesamt eine gute und solide Leistung des SVS.

Mit diesem Sieg macht der SVS in der Tabelle wieder einige Plätze gut und kann hoffentlich die Verunsicherung der letzten Wochen abschütteln. Eine souveräne Leistung wird jedoch vonnöten sein, wenn es am nächsten Wochenende auswärts zu Tabellenführer Vöcklabruck geht. Doch wer weiß – der Mannschaft ist es durchaus zuzutrauen, auch in Vöcklabruck zu bestehen.




Redaktionsbericht "Caballeros Spittal 03"

September 2006