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21.10.2007
SV Allerheiligen – SV Spittal 1:1 (0:0)
Allerheiligen, 200 Zuseher


0:1 Michael Kirisits (65’)
1:1 Six (70’)

 

Aufstellung SV Spittal: Takats / Hrstic (52. Adilovic) – Oberrisser (84. Gelb/Rot)– Gasser – Trupp /Sixt – Truskaller (83. Rot) – Kirisits – Lassnig / Plattner – Ebner


Man soll ja mit dem Wort „Kuhdorf“ sorgsam umgehen, aber wenn dieser Begriff auf einen Ort zutrifft, dann auf Allerheiligen. Als sie die Fahrt ins ca. 20km südlich von Graz gelegene Allerheiligen absolviert hatten, bekamen die 8 mitgereisten Caballeros ein „Plätzchen“ serviert. Und damit ist nicht etwa der deutsche Ausdruck für Keks gemeint, sondern schlicht und ergreifend das „Stadion“, in dem auch ein Freistoss von der Mittellinie durchaus eine Torchance darstellt und wo ein Ausschuss schon einmal bis zum gegnerischen Strafraum fliegt. Auch das Drumherum ist eine Erwähnung wert, denn während auf einer Seite das blanke Nichts in Form eines Steilhanges droht (im Flachland muss man das erst einmal schaffen!), ist das Spielfeld auf der anderen Seite unter anderem von einem Stall begrenzt.

Doch genug gespottet..
Der SV Spittal, diesmal wieder mit den zuletzt gesperrten Udo Gasser und Michael Kirisits, startet vorsichtig, und da auch die Gastgeber kein Risiko gehen, tut sich in den ersten 20 Minuten so gut wie gar nichts und das Spiel befindet sich auf einem sehr mäßigen Niveau.

Dann aber übernimmt der SVS zusehends die Initiative und erspielt sich in der 24. Minute die erste echte Torchance, als Manuel Plattner links durchgeht und quer in den Strafraum auf den mitgelaufenen Sandro Ebner gibt, der den Ball aber um einen Schritt verfehlt.
In der 30. Minute bleibt den Auswärtsfans der Torschrei im Hals stecken, als Plattner einen Zweikampf gewinnt, von halblinks alleine aufs Allerheiligen-Tor zieht, den herausstürzenden Tormann überhebt, aber ein zurückgeeilter Verteidiger den Ball noch auf der Linie wegschlagen kann.
Eine weitere gute Torchance gibt’s in der 40. Minute, als Martin Lassnig nach Kirisits-Freistossflanke per Kopf den Ball hauchzart am langen Eck vorbeisetzt.

Damit sind die highlights der ersten Halbzeit schon erzählt, außer zwei Spittal-Freistößen sowie einem Allerheiligen-Schuss aus spitzem Winkel tut sich vor der Pause nichts mehr.

Auch in der zweiten Halbzeit kommt das Spiel in den ersten 15 Minuten überhaupt nicht auf Touren.
Dann aber kommt endlich Bewegung in die Partie: Nach einem Kirisits-Eckball kommt es zu einem Getümmel, doch ein Gasser-Schuss bleibt in der steirischen Menschenmauer hängen (60’). Direkt im Gegenzug dann die erste gute Chance für die Heimischen, doch einen leicht abgefälschten Flachschuss von der Strafraumgrenze kann Tormann Stefan Takats mit toller Parade zur Ecke wehren.

In der 65. Minute dann das – zu diesem Zeitpunkt insgesamt verdiente – 1:0 für den SVS: Angriff durch die Mitte, Kirisits spielt knapp außerhalb des Strafraums einen Gegner aus und sein Schuss von der Strafraumgrenze passt haargenau ins lange Eck.
Nur eine Minute später das ganze noch einmal, wieder setzt sich Kirisits durch, doch diesmal geht sein Schuss um eine Handbreit neben das Tor.

Der SVS dominiert das Spiel jetzt ganz klar und Allerheiligen wird immer unsicherer. Trotzdem fällt in der 70. Minute der Ausgleich: Gut angeschnittener Eckball von rechts, am kurzen Fünfereck wird der Ball per Kopf verlängert und der freistehende Six drückt den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.
Nun ist das Spiel endlich lebhafter und beide Teams spielen offensiver. Der SVS kommt fast zum 2:1, als der eingewechselte Admir Adilovic rechts freigespielt wird und Kirisits dessen Flanke per Fallrückzieher versenken will, den Ball aber nur rasiert und auch der Nachschuss von einem Allerheiligen-Spieler abgeblockt wird.
Auch die Gastgeber kommen nun zu Chancen, denn sie bekommen zwei Freistöße aus jeweils guter Distanz zugesprochen, die Schüsse landen aber jeweils in der Mauer. Ein Foulspiel eines Spittalers war übrigens vor keinem der beiden Freistosspfiffe zu erkennen.

Apropos „Pfiffe“: In der 83. Minute spielt sich der – mit ordentlich Heimtendenz ausgestattete – Schiedsrichter auf zweifelhafte Weise in den Mittelpunkt: Nach einem unglücklichen Ballverlust im Angriff sieht sich der SVS einer Kontersituation gegenüber, die Truskaller mit einem harten Tackling im Mittelfeld unterbindet. Der Schiri zögert nicht und zeigt unserer Nummer sieben die Rote Karte – eine sehr harte, aber gerade noch vertretbare Entscheidung. Ziemlich unverständlich allerdings, dass nur 30 Sekunden später Florian Oberrisser auch vom Platz fliegt, und zwar mit Gelb/Rot wegen Kritik. Es spricht nicht gerade für Fingerspitzengefühl, in einer Spielszene gleich zwei Spieler einer Mannschaft zum Duschen zu schicken, zumal schon der erste Platzverweis eher umstritten war.

Sei’s drum, klar ist jedenfalls, dass sich nun das Spiel total gedreht hat und der SVS in den letzten Minuten des Spiels nur mehr bemüht ist, den Punkt zu sichern. Dies gelingt allerdings durchaus gut, denn trotz der numerischen Überlegenheit schaffen es die Heimischen nicht, auch nur einen einzigen gefährlichen Torschuss anzubringen. Und das obwohl der Schiedsrichter zuerst drei Minuten Nachspielzeit anzeigt, um dann sogar knappe sechs Minuten nachspielen zu lassen.
Der SVS kommt fast noch zu einer Konterchance durch den agilen Plattner, doch der letzte Verteidiger kann ihn vom Ball trennen und damit bleibt’s beim 1:1.



Fazit:
Wie so oft nach einem Remis lässt sich die Gefühlslage auch diesmal mit „gemischte Gefühle“ am besten umschreiben.

Einerseits traf der SV Spittal auf einen Gegner, der sichtlich nicht in Form war und daher jedenfalls zu besiegen gewesen wäre. Außerdem war der SVS das spielerisch bessere Team und erspielte sich auch die besseren Chancen. Und die drei Punkte hätte der SVS sowieso äußerst gut gebrauchen können.

Andrerseits wurde durch das Remis wenigstens verhindert, dass ein Abstiegskonkurrent davonziehen konnte. Außerdem ist der SVS nun schon vier Spiele ungeschlagen. Und wenn man in der Schlussphase mit zwei Mann weniger auf dem Spielfeld steht, muss man mit einem Unentschieden sowieso zufrieden sein.

Bleibt also ein Punkt auf der Habenseite und die Hoffnung, dass es im nächsten Spiel – gegen die heuer so starken Sturm-Amateure – weiteren Punktezuwachs zu bejubeln gibt. Leicht wird’s allerdings sicher nicht, zumal Trainer Sepp Rabitsch wegen der Sperren von Truskaller und Oberrisser die Mannschaft wieder einmal umbauen wird müssen.

 


Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"

Oktober 2007