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05.10.2007
SV Gmunden – SV Spittal 1:6 (0:3)
Alpenstadion, 500 Zuseher


0
:1 Sandro Ebner (16’)
0:2 Sandro Ebner (33’)
0:3 Manuel Plattner (35’)
0:4 Udo Gasser (54’)
0:5 Manuel Plattner (71’)
1:5 Weissenbacher (83’)
1:6 Christian Krieber (84’)


Aufstellung SV Spittal
: Takats / Sixt – Oberrisser – Gasser – Trupp / Adilovic (54. Kautz) – Truskaller – Kirisits – Lassnig / Plattner (74. Maier) – Ebner (82. Krieber)


Wirklich gut war die Auslangslage für den SV Spittal ja nicht gewesen: Nur ein Sieg und drei erzielte Tore in neun Runden, in fünf Auswärtsspielen ebenso viele Niederlagen, dazu kein Torerfolg seit der fünften Runde.
Trotzdem hatten die acht Caballeros, die in Gmunden dabei waren, kein schlechtes Gefühl und hofften auf einen oder gar drei Punkte. Was sich während der 90 Minuten dann aber auf dem Rasen abspielen sollte, wird wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen.

Der SVS wieder mit einer extrem jungen Mannschaft, der einzige Spieler über 25 – Christian Moser – zeigte sich dem Vernehmen nach vor dem Spiel nicht sonderlich motiviert und wurde daher nicht berücksichtigt.

Den ersten guten Angriff im Spiel hat der SVS, Martin Lassnig und Daniel Trupp mit schöner Kombination auf der linken Seite, doch der Stanglpass von Trupp kann zur Ecke geklärt werden. Den Eckball bringt dann Michael Kirisits gefährlich zur Mitte, aber ein Verteidiger kann den Ball noch vor der Linie wegschlagen.
Danach übernimmt die Heimmannschaft die Initiative und kommt zu ihren ersten Chancen: Florian Oberrisser kann im letzten Moment einen Gegner am Abschluss hindern (7’) und ein Schuss aus halbrechts geht um einen Meter am langen Eck vorbei (9’). Die Oberösterreicher zeigen durchaus gefälliges Spiel und kommen vor allem über die Flanken, weitere Torchancen können sie sich in der ersten Viertelstunde aber nicht erarbeiten.

Der SVS probiert’s mit schnellen Angriffen auf die schnellen, beweglichen Stürmer und bereits in der 16. Minute geht dieses Rezept auf: Hoher Kirisits-Pass von der Mittellinie in die Spitze, ca. 10 Meter vor dem gegnerischen Tor nimmt sich Sandro Ebner den Ball – bedrängt von einem Verteidiger – verkehrt zum Tor stehend runter, gabelt den Ball noch einmal auf und jagt ihn dann mit einer Mischung aus Seitfall- und Fallrückzieher in die Maschen. Damit erzielt der SVS das erste Tor seit dem 31. August und das gleich mit einem solchen Traumtor – sogar von den heimischen Anhängern gibt’s anerkennenden Applaus für dieses Gustostückerl.

Nur kurz nach der vielumjubelten Führung ist selbige allerdings ziemlich in Gefahr: Ein Gmunden-Spieler startet aus abseitsverdächtiger Position und fällt dann im Zweikampf mit Florian Sixt. Strittige Situation, der Schiri jedenfalls entscheidet auf Foul und gibt Freistoß genau von der Strafraumgrenze – im ersten Moment dachten schon alle im Stadion, dass es Elfmeter gibt. Den wuchtigen Freistoß kann Takats allerdings schön wegfausten und damit bleibt die Führung bestehen. In der 25. Minute droht dann allerdings erneut Gefahr, doch Sixt kann im Strafraum im Zweikampf den Gegner gerade noch abdrängen und am Torschuss hindern.

Dass man sich von optischer und spielerischer Überlegenheit nichts kaufen kann, wird den Gastgebern vom SVS in der 32. und 35. Minute schmerzlich vor Augen geführt:
Einwurf für den SVS, kurzer Pass auf Admir Adilovic, der passt vom linken Strafraumeck die Strafraumgrenze entlang zu Ebner, der einen Gegner ausspielt und dann mit einem Flachschuss ins Eck zum 0:2 trifft.
Drei Minuten später: Toller Lassnig-Wechselpass aus dem linken Mittelfeld in den Strafraum, wo Manuel Plattner am langen Eck wartet, sich den Ball runter nimmt und die Kugel über den herausstürzenden Tormann ins Tor schupft – 0:3 und damit hat der SVS bereits nach knapp mehr als 30 Minuten so viele Tore geschossen wie zuvor in 720 Minuten!

In der restlichen ersten Halbzeit tut sich nicht mehr allzu viel, Gmunden bleibt weiterhin spielbestimmend und die SVS-Defensive – die teils sehr weit aufrückt – wirkt nicht immer sicher, doch die Heimischen können kein Kapital daraus schlagen. Der SVS kommt noch einmal gefährlich vor’s Tor, doch Plattner wird erfolgreich am Torschuss gehindert und der Nachschuss von Hannes Truskaller aus 25 Metern geht am Tor vorbei (39’).
Damit geht’s für unsere Mannschaft mit einer 3:0-Führung in die Kabinen – eine Führung, die sicherlich zu hoch ausfällt, denn während beim SVS fast jeder Schuss ein Treffer ist, spielt Gmunden eigentlich gar nicht schlecht und reißt unsere Abwehr über die Seiten immer wieder auf, spielt dann aber in Strafraumnähe zu zögerlich und ungenau.

Die zweite Halbzeit beginnt mit viel Elan der Porzellanstädter:
48. Minute: Schöner Angriff über links, scharfe halbhohe Flanke in den Strafraum, doch zum Glück setzt der am langen Eck völlig freistehende Gmundner den Ball über das Spittaler Tor.
50. Minute: Ein Spieler der Heimischen kommt im Strafraum an den Ball, doch selbiger springt ihm etwas zu weit weg, sodass Takats sich die Kugel schnappen kann.
51. Minute: Nach einem weiten Pass legt ein Gmundner den Ball an Takats vorbei, doch auch hier technische Mängel und der Ball ist im Tourout, bevor der Spieler den Ball unter Kontrolle bringt.

Glück also für den SVS, dass nicht der Anschlusstreffer fällt, der wohl für die zweite Luft bei Gmunden und für großes Zittern bei den Unsrigen gesorgt hätte.
In der 53. Minute ein Freistoss für Gmunden, kurz abgespielt, doch genau auf Kirisits, der gleich einen Gegenangriff startet und auf Plattner passt, der dann gemeinsam mit Ebner Richtung gegnerisches Tor zieht, doch der letzte Verteidiger kann in höchster Not zur Ecke klären. Damit hat der SVS zum ersten Mal in diesem Spiel eine Großchance nicht nutzen können, doch diese Scharte wird nur wenige Sekunden später ausgemerzt: Eckball Kirisits in Richtung erste Stange, am Fünfereck steigt Udo Gasser hoch und sein Kopfball passt ganz genau ins lange Eck.

Mit diesem Tor ist Gmunden gebrochen und fällt völlig auseinander, ab jetzt hat der SVS leichtes Spiel und erspielt sich Chancen fast im Minutentakt gegen einen Gegner, der kaum noch attackiert. Hier die größten Chancen:
61. Minute: Steilpass auf Plattner, doch der Tormann ist um einen Wimpernschlag davor am Ball.
64. Minute: Doppelpass zwischen Truskaller und dem eingewechselten Christian Kautz, „Truske“ vernascht im Strafraum gleich drei Verteidiger, will noch mal für Kautz aufspielen, doch ein Verteidiger kann den Ball zur Ecke grätschen.
66. Minute: Ebner auf rechts, in die Mitte zu Truskaller, der weiter auf Lassnig am linken Strafraumeck, doch sein Schuss geht ins Außennetz.
68. Minute: Eine Truskaller-Bombe kann von einem Gmundner noch vor der Torlinie mit dem Körper abgewehrt werden.
70. Minute: Plattner wird im Strafraum freigespielt, scheitert aber aus spitzem Winkel.

In der 72. Minute dann aber das zu diesem Zeitpunkt überfällige fünfte Tor: Einmal mehr wird Plattner steil geschickt, einmal mehr enteilt er der Verteidigung und einmal mehr bezwingt der den Tormann im Eins gegen Eins: Luper – Tor! Kurz danach ist der erfolgreiche Arbeitstag für Plattner beendet, für ihn kommt Herrmann Maier.
Dann wieder mal Gmunden: Flanke von links, ein Gmundner will zum Kopfball hochsteigen, wird aber von Trupp gestoßen – der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Wie gut passt es da ins Bild, dass Takats den unplatziert in Richtung linkes Eck geschossenen Strafstoß parieren kann.
Ein bisschen später dann aber doch der Ehrentreffer für Gmunden, Takats kann eine Ecke nicht festhalten, ein gegnerischer Spieler bringt den Ball zurück zur Mitte und Weissenbacher staubt aus kurzer Distanz ab.

Davor hätte es allerdings schon 0:6 stehen müssen, doch Maier scheitert zweimal: Zuerst wird er von Kirisits freigespielt und steht alleine vor dem Tormann, schießt selbigen allerdings an (77’) und kurz darauf hat Maier den Goalie bereits ausgespielt, schießt dann aber übers leere Tor (80’).
Doch Maier gibt sich nicht auf und dank seiner Schnelligkeit macht der SVS in der 84. Minute das halbe Dutzend voll: Einmal mehr ist die Gmundner Abwehr mit einem Pass ausgehebelt, Maiers Schuss kann der Tormann nur zur Seite abwehren und der eingewechselte Christian Krieber schiebt den Ball ins leere Tor. Erster Einsatz in der Kampfmannschaft, erste Ballberührung – so stellt man sich einen Einstand vor!

Das war’s dann und während die Gmundner wie geprügelte Hunde vom Feld schleichen, feiern die Caballeros die Mannschaft noch mit einer feinen Mischung aus Nebel und Feuer.

 


Fazit:
Nach vielen schmerzhaften Niederlagen, schwachen Leistungen und der ganzen Unruhe im Verein war dieser Kantersieg wie ein Befreiungsschlag für den SV Spittal.

Gestern stand dem SVS auch das nötige Glück zur Seite, denn in der ersten Halbzeit war Gmunden eigentlich die bessere Mannschaft, doch die Kontertaktik des SVS ging wunderbar auf und dank der perfekten Chancenauswertung lag man schon zur Halbzeit deutlich voran.
In der zweiten Halbzeit überstand der SVS eine kurze Drangperiode der Heimischen mit etwas Glück, nach dem vierten Treffer durch Udo Gasser war die Partie entschieden und hätte der SVS die Chancenauswertung der ersten Halbzeit beibehalten, wäre der SV Gmunden wohl nicht um eine zweistellige Niederlage herumgekommen.

Der Mannschaft von Sepp Rabitsch ist ein Pauschallob auszusprechen: Alle Spieler zeigten bis zur letzten Minute vollen Einsatz, womit so mancher spielerische Fehler zumindest teilweise ausgemerzt werden konnte.

Ein Wort auch zur „Leistung“ der Caballeros: So leise wie gestern waren wir wohl selten, und das trotz dieser Torflut. Grund war aber nicht Schüchternheit oder irgendeine Art von Protest, sondern schlicht und ergreifend unser Erstaunen über die Leistung des SVS. Und wer den Mund vor lauter Staunen nicht mehr zukriegt, kann die Mannschaft nun mal nicht anfeuern..

Auch wenn der SVS weiterhin auf einem Abstiegsplatz rangiert und in dieser Saison vermutlich nicht mehr oft auf einen Gegner trifft, der einen so rabenschwarzen Tag erwischt: Das 6:1 sollte reichlich Auftrieb für die kommenden Aufgaben geben!



Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"

Oktober 2007