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03.11.2007
SV Grieskirchen – SV Spittal 0:3 (0:2)
Trattnachtalstadion, 250 Zuschauer


0:1 Daniel Trupp (5’)
0:2 Hermann Maier (24’)
0:3 Sandro Ebner (60’)

 

Aufstellung SV Spittal: Takats / Hrstic – Oberrisser – Gasser – Sixt / Adilovic (59. Isopp) – Trupp – Kirisits – Lassnig / Plattner (76. Fleischhacker) – Maier (53. Ebner)


Vier Wochen nach dem Kantersieg in Gmunden sollte sich Oberösterreich wieder als guter Boden für den SV Spittal erweisen und auch zwischen der Dramaturgie der beiden Spiele sollte es deutliche Parallelen geben. Aber der Reihe nach..

Die Anspannung vor dem Spiel ist spürbar, schließlich geht es für den SVS darum, mit möglichst wenig Rückstand auf die sicheren Nichtabstiegsplätze zu überwintern, was aber freilich auch für die Gastgeber gilt.

Einiges steht also auf dem Spiel und selbiges beginnt ganz nach Wunsch für die Elf von Trainer Sepp Rabitsch und die mitgereisten Fans: Michael Kirisits spielt links steil auf Manuel Plattner, der auf Höhe des 16ers in die Mitte zu Martin Lassnig gibt. Unsere Nummer 3 trägt einen Schuss aufs lange Eck an, der Tormann hechtet bereits, was sich aber als falsche Entscheidung erweisen soll, denn am Elferpunkt steht Kapitän Daniel Trupp, der den Ball stoppen und problemlos ins andere Eck schieben kann. Bereits nach fünf Minuten also der für den SVS so wichtige Führungstreffer.

Mit der frühen Führung im Rücken zieht sich der SVS zurück, wirkt in dieser Phase allerdings etwas zu passiv und so kann sich Grieskirchen eine deutliche Feldüberlegenheit erspielen, ohne allerdings zu wirklich guten Torchancen zu kommen. Am gefährlichsten sind noch die Standardsituationen, so zum Beispiel zwei Ecken in der 21. bzw. 22. Minute: Zuerst kann Lassnig den Ball per Kopf in höchster Not übers eigene Tor klären und nach der zweiten Ecke kommt es im Spittaler Strafraum zu einem Getümmel, doch der Schuss eines Grieskirchners bleibt hängen.

Dann die 24. Minute, und nach einem tollen Konter kommt der SVS mit dem dritten Torschuss zum zweiten Tor: Die Spittaler Abwehr putzt aus, Plattner behauptet am Mittelkreis den Ball, legt zurück auf Lassnig, der Plattner mit einem wunderbar dosierten Steilpass die linke Seite runterschickt, perfekter scharfer, flacher Pass von nahe der Cornerfahne zur Mitte und der mitgelaufene Hermann Maier setzt den Ball aus wenigen Metern in die Maschen.

Der Grieskirchen-Trainer reagiert prompt und nimmt den völlig überforderten Rechtsverteidiger vom Feld – also macht’s der SVS über rechts und kommt in der 32. Minute fast zum dritten Tor: Admir Adilovic über rechts, weiter auf Plattner, der bedient Kirisits in der Mitte, der könnte schon schießen, gibt aber weiter auf den noch besser postierten Maier, der aber freistehend aus acht Metern denkbar knapp am kurzen Eck vorbeischießt.
In der restlichen ersten Halbzeit tut sich nicht mehr viel und so lautet das Halbzeitfazit ähnlich wie in Gmunden: Der Gegner ist zwar mehr am Ball und spielbestimmend, ohne jedoch zu wirklichen Torchancen zu kommen. Die Spittaler Konter hingegen kommen wie Nadelstiche – und wie in Gmunden ist die Chancenauswertung sehr gut.

Rein in die zweite Halbzeit: Die ist exakt 41 Sekunden alt, als in Grieskirchen das Flutlicht ausgeht. Gut, dass der herbeigerufene Elektrikermeister das Gebrechen beheben kann und so geht’s nach nicht einmal zehn Minuten Unterbrechung weiter.
Und schon drängen sich die nächsten Parallelen zum Gmunden-Spiel auf: Die Heimelf beginnt einigermaßen engagiert und kommt nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff zu einer tollen Chance: Flanke von rechts, Kopfballverlängerung, am linken Fünfereck kommt ein Grieskirchner an den Ball, schafft es aber nicht, selbigen unter Kontrolle zu bringen, sonst hätte das wohl den Anschlusstreffer bedeutet.

Danach verpufft die Energie der Oberösterreicher jedoch recht schnell wieder und wie in der ersten Halbzeit nutzt der SVS seine erste gute Torchance: Weite hohe Flanke von links in den Grieskirchner Strafraum, ein Verteidiger befindet sich im Tiefschlaf und so kommt der eingewechselte Sandro Ebner zum Ball: Im Rückwärtsfallen setzt er die Kugel per Kopf hoch ins lange Kreuzeck – ein tolles Tor, wenn auch mit kräftiger Mithilfe der heimischen Abwehr.
Nur kurz darauf fast das 4:0, doch ein Lassnig-Freistoss aus 22 Metern zischt zwar über die Mauer aber auch am Kreuzeck vorbei.

Mit dem 3:0 ist das Spiel so gut wie entschieden, die Heimelf fällt jetzt zurück und nachdem der SVS es nun auch etwas lockerer angehen kann, ergeben sich in der Folge einige Torchancen hüben wie drüben:
-- 68. Minute: Trupp spielt steil links hinaus auf Ebner, der gibt zurück an die Strafraumgrenze zu Trupp, doch dessen Schuss kann abgeblockt werden.
-- 74. Minute: Gefährlicher Grieskirchen-Angriff über links, doch der Stanglpass landet bei Florian Sixt.
-- 75. Minute: Dasselbe in grün, diesmal über links, wieder landet der Stanglpass beim SVS.
-- 76. Minute: Dasselbe noch einmal, diesmal aber auf der anderen Seite: Ebner wird rechts freigespielt, sein Zuspiel donnert Trupp vom Fünfer über das Tor.
-- 84. Minute: Ein Schuss eines Grieskirchners aus spitzem Winkel geht am langen Eck vorbei.
-- 87. Minute: Trupp zieht von der Mittellinie weg in den Strafraum, rutscht aus, kann den Ball jedoch behaupten, scheitert aber am Tormann. Den Abpraller setzt der eingewechselte Johannes Isopp am Tor vorbei.

Nach 92 Minuten ist der Sieg in trockenen Tüchern und nach der Welle mit den Caballeros hört man die Spieler in der Folge lautstark in der Kabine feiern.



Fazit:
Zum Feiern gibt’s wirklich Grund, denn mit diesem Sieg hat der SVS nicht nur den SV Grieskirchen noch tiefer in den Tabellenkeller gestoßen sondern vor allem die eigene Ausgangsposition für’s Frühjahr deutlich verbessert.

Summa summarum war der Sieg des SVS hoch verdient, denn auch abgesehen vom zweifellos vorhandenen Spielglück war man die bessere Mannschaft.

Tormann Stefan Takats hatte zwar nicht viel zu halten, bei den wenigen Flanken und Schüssen machte er jedoch einen sehr sicheren Eindruck.
Die vom bärenstarken Florian Oberrisser organisierte Abwehr ließ durch die Mitte kaum Angriffe zu; wenn die Heimischen gefährlich wurden, dann am ehesten über die Seite von Nico Hrstic, der manchmal seinem Offensivdrang Tribut zollen musste.
Das Mittelfeld wusste völlig zu überzeugen: Martin Lassnig war an zwei Toren beteiligt, Michael Kirisits kurbelte das Spittaler Spiel unermüdlich an, Daniel Trupp erzielte das so wichtige Führungstor und der 18jährige Admir Adilovic lieferte auf der rechten Seite eine weitere Talentprobe ab.
Und auch aus der Sturmabteilung gibt es Erfreuliches zu berichten: Manuel Plattner war einmal mehr mit fairen Mitteln kaum zu stoppen, vor allem seine doppelte Vorbereitung des 2:0 verdient Erwähnung. Hermann Maier kam zu seinem ersten Tor in der Kampfmannschaft und der eingewechselte Sandro Ebner zeigte wieder einmal, welches spielerische und technische Potential in ihm steckt.

Der SV Spittal ist nun schon seit sechs Runden ungeschlagen und nicht zuletzt dank des Sieges in Grieskirchen am besten Weg, die schwachen Leistungen der ersten Runden endgültig vergessen zu machen.

 


Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"

November 2007