|
|
 |
Fotos
/ Berichte: |
14.03.2008
SV Spittal – 1. FC Vöcklabruck 2:2 (1:0)
Goldeckstadion, 600 Zuseher
1:0 Admir Adilovic (40’)
2:0 Admir Adilovic (65’)
2:1 Salvatore (81’)
2:2 Salvatore (85’)
Aufstellung
SV Spittal: Prekic / Sixt – Gasser – Oberrisser – Isopp / Adilovic (90. Hrstic) –
D. Trupp – Truskaller – Kirisits – Lassnig / Kautz (46. Ebner)
Wie jedes Jahr stand man auch heuer als SVS–Fan nach 4 Monaten Pause
vor einer Menge offener Fragen: Wie hat sich der SV Spittal über den
langen Winter entwickelt? Ist man stärker geworden oder schwächer? Wie
machen sich die neuen Spieler und kann der Ausfall von Topscorer Manuel
Plattner verkraftet werden?
Nach 92 Minuten
Spielzeit sind wir schlauer – und auch nicht. Aber der Reihe nach..
Abgesehen von der Torhüterrochade war Trainer Sepp Rabitsch durch die
Verletzung von Plattner zum Umbau der Mannschaft gezwungen und stellte
die Formationen um: Jungspund Christian Kautz (gerade erst 17 geworden!)
spielte vor einem 5er-Mittelfeld als einzige Spitze und wurde je nach
Spielsituation von nachrückenden Mittelfeldspielern unterstützt.
In den ersten 20
Minuten tut sich herzlich wenig, beide Teams neutralisieren sich im
Mittelfeld, klassisches gegenseitiges „Abtasten“ eben.
Aufregung gibt’s zum ersten Mal in der 24. Minute, als ein Pass von
Michael Kirisits von einem Gästespieler an der Strafraumgrenze mit der
Hand abgewehrt wird. Während der Linienrichter einen Elfmeter anzeigt,
hat der Schiedsrichter das Vergehen außerhalb des Strafraums gesehen und
daher gibt es nur Freistoß (der dann nichts einbringt).
Danach ist’s wieder
vorbei mit Torraumszenen – bis zur 40. Minute: Schöner Angriff des SVS
über links, Martin Lassnig spielt halbhoch in den Strafraum, Kautz lässt
durch, ein Verteidiger verfehlt den Ball und so landet die Kugel
am langen Eck beim ungedeckten Ado Adilovic, der sofort abzieht und den
Ball aus 8,9 Metern ins rechte Eck setzt.
Bis zur Pause tut sich
nicht mehr viel und so geht der SVS mit einer durchaus verdienten
Führung in die Halbzeit, denn der Tabellenführer hat in der ersten
Halbzeit so gut wie gar nichts gezeigt.
Wer sich erwartet hat,
dass Vöcklabruck – wie es so schön heißt – „wie verwandelt aus der
Kabine“ kommt, täuscht sich, denn auch zu Beginn der zweiten Halbzeit
können sich die Oberösterreicher nicht in Szene setzen, nur die
gefährlich angeschnitten Eckbälle von Breitenberger können für Gefahr
sorgen.
Anders der SVS, der von Minute zu Minute selbstbewusster wird und in der
65. Minute für wahre Jubelstürme auf den Tribünen sorgt: Wie am
Schnürchen läuft der Ball durch die eigenen Reihen, der eingewechselte
Sando Ebner schlägt eine weite Flanke ans rechte Strafraumeck, wo
Adilovic den Ball volley aus der Luft mit dem Innenrist nimmt und den
Ball haargenau ins lange Kreuzeck setzt – Traumtor!
2:0 also, und damit ist
der SVS dem Sieg sehr nahe, zumal Vöcklabruck in den folgenden Minuten
geschockt scheint und kaum Druck aufbauen kann.
Doch in der Schlussviertelstunde erhöht der Tabellenführer den Druck
schlagartig, übt enormes Pressing auf die Spittaler Hintermannschaft aus
und wird schnell belohnt: Salvatore kann sich im Strafraum behaupten und
trifft mit einem platzierten Schuss zum Anschlusstreffer (81’).
Motiviert durch den Torerfolg geben die Gäste noch mehr Gas und kommen
nur wenige Minuten später zum Ausgleich und wieder ist Salvatore mit
einem Flachschuss erfolgreich (85’). Fast kippt das Spiel dann noch
total, doch in der Nachspielzeit kann zuerst Tormann Nikola Prekic einen
Fallrückzieher bändigen und direkt vor dem Abpfiff bleibt ein
gefährlicher Schuss im Strafraum hängen.
Fazit:
Als die Caballeros nach dem Schlusspfiff im Stadion noch das eine oder
andere Bier getrunken haben, haben sie wohl nicht recht gewusst, warum:
Aus Freude darüber, dass man dem überlegenen Tabellenführer ein Remis
abgetrotzt hat? Oder um den Frust zu ertränken, dass man in den letzten
10 Minuten noch ein 2:0 aus der Hand gegeben hat?
Fakt ist jedenfalls,
dass der SVS mit einem kräftigen Lebenszeichen in die Frühjahrssaison
gestartet ist und nun bereits seit 8 Runden ungeschlagen ist. Gegen die
Profimannschaft aus Vöcklabruck war man 75 Minuten leicht überlegen und
führte dank der beiden Treffer des überragenden Adilovic mit 2:0, ehe
die Gäste mit einer ganz starken Schlussphase die SVS-Abwehr ins
Schwimmen und noch einen Punkt ins Trockene brachten.
Aus der Abstiegszone
hat man sich mit diesem Remis naturgemäß nicht entfernen können, aber
eines ist auch klar: Wenn der SV Spittal in den kommenden Runden an die
heutige Leistung anknüpfen kann, ist der Klassenerhalt jedenfalls
machbar.
Marco Oberhuber und Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros
Spittal 03"
März 2008 |