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25.04.2008
SC Weiz – SV Spittal 4:0 (2:0)
Sparkassenstadion, 500 Zuseher

1:0 Johannes Isopp (8’, ET)
2:0 Katulic (32’)
3:0 Katulic (50’)
4:0 Riegler (87’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Gasser – Oberrisser – Isopp / Adilovic (46. Maier) – Truskaller – Kirisits – Lassnig (46. Hrstic) / Ebner – D. Trupp


Erstmals seit vielen Runden konnte Trainer Sepp Rabitsch, vom langzeitverletzten Manuel Plattner abgesehen, auf den kompletten Kader zurückgreifen. Dazu traf der SV Spittal auf einen im Frühjahr mit 2 Punkten aus 6 Spielen mehr als schwächelnden Gegner. Genug Gründe also für Optimismus – doch die SVS-Kicker sollten nach 90 Minuten wie begossene Pudel vom Rasen des Weizer Fußballplatzes schleichen. Aber der Reihe nach..

In den ersten Minuten ist der SVS zwar optisch überlegen, doch die erste Chance gehört den Gastgebern, nach weiter Flanke über die Abwehr kommt ein Weizer am 16er ziemlich frei zum Schuss, zielt aber zu zentral und so kann Nikola Prekic problemlos abwehren (4’).
Problemlos abwehren hätte Prekic auch fünf Minuten später sollen, denn ein Freistoß aus 35 Metern sollte eigentlich zu parieren sein. Doch nach scharfem Schuss springt der Ball auf dem nassen Boden vor Prekic auf, sodass unser Tormann den Ball auf die Brust bekommt und die Kugel nach vorne abspringt. Den Abstauber kann Prekic zwar halten, doch erneut liegt der Ball frei und wird von Johannes Isopp in höchster Bedrängnis ins eigene Tor geschlagen. Kein Vorwurf in dieser Szene an Isopp, denn hätte er keinen Rettungsversuch gestartet, hätte ein Weiz-Spieler das Tor erzielt. Tormann Prekic muss diesen Treffer allerdings auf seine Kappe nehmen, denn wenn man schon einen Ball aus dieser Entfernung nicht fängt, muss man ihn zur Seite abwehren.

Der SVS zeigt sich indes vom frühen Gegentor wenig geschockt, bleibt die aktivere Mannschaft und wird in der 16. Minute belohnt: Sandro Ebner überspielt einen Gegner und lupft in den Ball in den Lauf von Daniel Trupp, der im Strafraum von einem Gegner zurückgehalten wird und fällt – die Reaktion des Schiedsrichters erfolgt sofort: Elfmeter!
Eine Entscheidung, über die man streiten kann, denn Trupp wurde zwar jedenfalls zurückgehalten, fiel allerdings auch ziemlich leicht. Egal: Udo Gasser schnappt sich die Kugel, doch sein Schuss geht zentral relativ flach aufs Tor, sodass der Tormann mit den Füßen abwehren kann. Der Ball prallt zur Seite, wo Ado Adilovic heranrauscht, doch sein Schuss aus spitzem Winkel geht ins Außennetz.
Die Riesenausgleichschance ist somit vergeben, doch der SVS hat nun eindeutig das Spiel in der Hand. In der 22. Minute geht ein Kopfball von Michael Kirisits nur knapp übers Tor und eine wirklich gute Chance gibt’s in der 27. Minute: Eckball SVS, von Kirisits weit über die Abwehr fast zum gegenüberliegenden Strafraumeck gespielt, Trupp übernimmt volley, der Ball bleibt zwar im Getümmel hängen, fällt aber schlussendlich genau vor die Füsse von Martin Lassnig, der die Kugel aus 7,8 Metern übers gegnerische Tor jagt.

Ausgerechnet in die beste Phase des SVS fällt das 2:0, und wieder ist ein individueller Fehler dafür verantwortlich: Florian Oberrisser verliert im Spielaufbau ohne Not in der eigenen Hälfte den Ball, auf einmal stehen auf der rechten Seite drei Weizer einem Spittaler gegenüber, Katulic wird steil geschickt und schiebt den Ball aus halbrechts an Prekic vorbei ins Tor (32’).

In der restlichen ersten Halbzeit gibt’s noch eine gute Chance für Weiz, als der Ball nach einem schönen Angriff über links an die Strafraumgrenze zurückgelegt wird, doch der anschließende Schuss zu schwach ausfällt. Die bessere Chance aus dem Spiel hat wieder der SVS: Nach weitem Abschlag nach vorne leitet Trupp per Sieg im Kopfballduell den Ball genau in den Lauf von Ebner, der alleine vor dem gegnerischen Tor auftaucht – doch anstatt sich eine Ecke auszusuchen, schießt er überhastet drüber.

Nach einer Halbzeit, in der der SVS eigentlich die bessere Mannschaft war, steht’s somit 0:2. Trainer Rabitsch reagiert mit einem Doppeltausch und Umstellungen: Für den unauffälligen Adilovic und den schwachen Lassnig kommen Hermann Maier und Niko Hrstic ins Spiel. Hrstic spielt hinten rechts, damit rückt Florian Sixt ins rechte Mittelfeld, Ebner spielt nun im linken Mittelfeld und Maier als Spitze.

Und nur wenige Minuten nach Wiederbeginn sollten sich diese Wechsel fast bezahlt machen: Schöner Angriff des SVS über rechts, Maier gibt ab auf Sixt, Stanglpass, doch der Schuss eines Spittalers kann vor der Linie abgeblockt werden. Der SVS bleibt jedoch im Ballbesitz, Hannes Truskaller mit schöner Flanke von halbrechts genau auf den Kopf von Ebner und dessen Kopfball streicht um Zentimeter am Tor vorbei, der Goalie wäre chancenlos gewesen.
Während die gut 15 Caballeros noch der vergebenen Chance nachtrauern, fällt das 3:0. Katulic – der schon beim Hinspiel den entscheidenden Treffer erzielt hatte – wird nach einem schnellen Angriff schön in die Gasse geschickt, spielt Prekic locker aus und schießt aus spitzem Winkel ein (50’).

Obwohl das Spiel noch 40 Minuten dauert, ist die Entscheidung damit eigentlich gefallen. Der SVS – sichtbar geknickt durch den neuerlichen Gegentreffer – zeigt sich zwar weiterhin bemüht, gute Chancen kann man sich aber nur mehr wenige erspielen. In der 62. Minute wird Maier angespielt, der Tormann eilt aus seinem Kasten und boxt den Ball vor Maier aus dem Strafraum und der anschließende Sixt-Versuch, den zurücklaufenden Tormann zu überheben, geht übers Tor. In der 67. Minute spielt Isopp zwei Steirer aus, doch sein Stanglpass wird zur Ecke geklärt. Kurz darauf geht ein scharfer, flacher Freistoss von Kirisits aus gut 28 Metern nur knapp am Tor vorbei. Und in der 75. Minute noch eine sehr gute Chance für den SVS: Schöner Angriff über links, Ebner auf Maier, dessen Schuss aus spitzem Winkel kann der Tormann nur nach vorne abwehren, der Ball landet beim Elferpunkt bei Trupp, der eigentlich genug Zeit gehabt hätte, sich den Ball zurechtzurichten, doch unser Kapitän schießt völlig überhastet und damit weit am Tor vorbei.

Aber auch die Gastgeber kommen zu zwei, drei guten (Konter)Chancen, die allerdings alle ziemlich leichtfertig vergeben werden. In der 87. Minute klappt’s dann doch, ein Steirer läuft von halbrechts alleine auf das Spittaler Tor zu und spielt den Ball schön in die Mitte zum eingewechselten Riegler, der die Kugel problemlos im Tor zum 4:0-Endstand unterbringt.


 

Fazit:
Es ist paradox: Obwohl sich der SV Spittal in diesem Spiel mehr Tormöglichkeiten als in den übrigen Frühjahrspartien erspielte, gab’s die höchste Niederlage der bisherigen Saison.
Die Weichen in Richtung Pleite wurden bereits in der ersten Halbzeit gesetzt: Schwere individuelle Fehler hinten und schlechte Chancenauswertung vorne waren die Gründe für ein 0:2 zur Pause aus Spittaler Sicht.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es ähnlich weiter, vorne vergab der SVS eine Riesenchance und fing sich in der gleichen Minute einen weiteren Gegentreffer ein, womit das Spiel quasi gelaufen war.

Damit bewahrheitete sich einmal mehr eine alte Fußballweisheit: Wenn man das Selbstvertrauen erst einmal verloren hat, fehlt auch das Glück. Bzw: Wenn man erst einmal im Sumpf steckt, ist es verdammt schwer, wieder rauszukommen, denn bei ein bisschen Spielglück wären Punkte für den SVS durchaus im Bereich des Möglichen gelegen, zumal Weiz defensiv wahrlich keinen sicheren Eindruck machte.
Schlussendlich war der Weiz-Sieg aber natürlich verdient, wenngleich das 4:0 viel zu hoch war.

Nach der zweiten Niederlage in Folge ist die Ausgangsposition des SVS im Abstiegskampf damit wieder um ein Stückchen schlechter geworden. In den beiden Spielen der nun folgenden „englischen Woche“ ist Punktezuwachs ein Muss, sonst droht sogar der Rückfall auf – den zu 99% den Abstieg bedeutenden – Platz 14.


Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"

April 2008