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07.08.2007
ÖFB-Cup, 1. Hauptrunde

FC Wels – SV Spittal 5:2 n.V. (2:2, 1:1)
ASKÖ–Stadion, 250 Zuseher

1:0 M. Feichtinger (20’)
1:1 Michael Kirisits (38’)
2:1 Nuhiu (59’)
2:2 Manuel Plattner (72’)
3:2 Madl (115’)
4:2 Hanzek (116’)
5:2 M. Feichtinger (118’)



Aufstellung SV Spittal: Takats / Hrstic – Trupp – Oberrisser – Lassnig (110. Gelb/Rot) / Steinwender (59. Sixt) – Peric – Truskaller (44. Gelb/Rot) – Kirisits (95. Maier) – Ebner / Plattner (115. Kofler)


Cupspiel in Wels und ein unverdrossenes Caballeros-Kleeblatt, also 4 Fans, waren dem SV Spittal zu seinem Antreten bei Angstgegner FC Wels gefolgt.

Das Trainerduo Rabitsch/Rovcanin nahm für dieses Spiel mehrere Umstellungen vor: Daniel Trupp rückte für Johannes Isopp in die Innenverteidigung, seinen Platz links hinten nahm dafür Martin Lassnig ein. Im Mittelfeld kamen Michael Kirisits und Luka Peric zum Einsatz, für sie wurden Christian Moser und Udo Gasser geschont.

Das Spiel beginnt bei bestem Fußballwetter recht ausgeglichen, die erste gute Torchance hat Wels, als ein Spieler im Strafraum frei zum Schuss kommt, den Ball aber schlecht trifft (8'). Die Oberösterreicher agieren aus der gewohnt massiven Defensivabteilung und versuchen mit langen Bällen in die Spitze zum Erfolg zu kommen. Der SVS hingegen tritt deutlich offensiver auf als zuletzt in Vöcklabruck, vorerst jedoch ohne zählbaren Erfolg.

Nach gut 20 Minuten spielt sich M. Feichtinger durch die Spittaler Abwehr, kann zwar im letzten Moment daran gehindert werden, frei vor Stefan Takats zum Schuss zu kommen, behauptet aber den Ball und sein harter Flachschuss von der Strafraumgrenze zwischen zwei Verteidigern hindurch passt genau ins linke Eck.

Der SVS zeigt sich aber keineswegs geschockt, sondern bleibt weiterhin die aktivere Mannschaft: Nach einem tollen hohen Diagonalpass von Lassnig zieht Stefan Steinwender ca. 10 Meter vor dem Tor auf halbrechter Position volley ab, zielt aber etwas zu hoch (24') und nach einem Wels-Rückpass schießt der Tormann Manuel Plattner an, der Ball springt nach rechts weg, Plattner holt ihn sich und spielt einen Stanglpass, der aber gerade noch geklärt werden kann (30'). Eine weitere gute Chance ergibt sich, als Kirisits von der Strafraumgrenze schön auf den mitgelaufenen Sandro Ebner durchsteckt, doch dessen Schuss aus halblinker Position geht am kurzen Eck vorbei (32').

In der 38. Minute dann der hochverdiente Ausgleich nach einer schönen Kombination: Angriff über rechts, Niko Hrstic spielt ins Zentrum zu Peric, der wieder raus auf Hrstic, der am Strafraumeck einen Welser aussteigen lässt und einen Stanglpass spielt, der zuerst an Freund und Feind vorbeizugehen scheint, doch am langen Eck lauert Kirisits und schiebt den Ball in die Maschen.

Kurz darauf noch einmal eine ganz ähnliche Situation, wieder ein Stanglpass, wieder lauert am langen Eck ein Spittaler, aber dieses Mal wird der Ball zurückgespielt zu Hannes Truskaller, der vom Elferpunkt abzieht, doch sein Schuss kann von einem Welser abgeblockt werden.

Aus dieser Situation ergibt sich ein Welser Konter, den Truskaller mit einem rustikalen Einsteigen unterbindet. Dafür gibt's die Gelbe Karte und die sollte sich noch auswirken; denn nur kurze Zeit später (44') sieht Truskaller Gelb/Rot. Was genau geschehen war, war nicht wirklich ersichtlich - möglicherweise handelte es sich um eine Rangelei bzw. kleine Tätlichkeit, an der Truskaller beteiligt war.

Das Pausenbier schmeckt den Caballeros daher nicht wirklich gut, denn eine ganze Halbzeit mit einem Mann weniger bestreiten zu müssen, ist kein Grund für übertriebenen Optimismus.

Trotz der numerischen Schwächung gehört die erste Chance im zweiten Spielabschnitt dem SVS und diese Aktion war wohl gleichzeitig der schönste Spielzug des gesamten Spiels (50'): Angriff über links, Ebner im Zusammenspiel mit Lassnig, der zieht energisch in den Strafraum, spielt einen kurzen Pass auf Plattner, der am Fünfereck einen Welser ausspielt und überlegt auf Lassnig zurücklegt und dessen aufs lange Eck angetragenen Schuss kann der Welser Tormann nur mit einer Glanzparade um den Pfosten drehen.

Der SVS hat das Spiel nun unter Kontrolle und ist mit einem Mann weniger die feldüberlegende Mannschaft. Dann aber folgt die kalte Dusche (59'). Missverständnis zwischen Lassnig und Kirisits im Spielaufbau, ein Welser erobert den Ball und gibt weiter auf den eingewechselten Nuhiu, der aus 10 Metern mit einem satten Schuss erfolgreich ist.

Nun haben die Gastgeber wieder Oberwasser und kommen in der Folge zweimal gefährlich vor das Spittaler Tor, doch zuerst agiert man vor dem Tor zu umständlich (62') und dann kann Lassnig einen Schuss aus 15 Metern im letzten Moment abblocken (65').

Dann aber erholt sich der SVS zusehends und übernimmt wieder die Kontrolle. Nach einem Eckball kommt Lassnig frei zum Kopfball und setzt den Ball nur knapp über das gegnerische Gehäuse (71'). Eine Minute später dann der vielumjubelte Ausgleich: Der SVS setzt sich in der Hälfte der Welser fest, Kirisits auf den eingewechselten Florian Sixt, der einen wunderbaren Pass hinter die Abwehr spielt, Plattner startet und knallt den Ball aus 8 Metern zwischen den Hosenträgern des Tormannes in die Maschen.

Das Spiel wiegt weiter hin und her: Riesenchance für Wels, als Nuhiu aus abseitsverdächtiger Position alleine auf Takats zuläuft, der 198cm-Riese will unseren Tormann mit einem Haken nach innen ausspielen, doch die Arme von Taki werden länger und länger und so kann er dem gegnerischen Stürmer im letzten Moment den Ball vom Fuss nehmen (74'). Auf Spittaler Seite kommt Kirisits zur besten Chance, doch der Tormann kann seinen Schuss aus dem Eck holen (78'). Danach gehen beide Teams vom Gas, erwähnenswert ist nur noch ein Peric-Lupfer in den Strafraum, den Sixt nur um Zentimeter nicht erreicht.

Die erste Halbzeit der Verlängerung verläuft ausgeglichen, dass der SVS zu Zehnt ist, fällt nicht auf. Auf Seiten der Welser ist 1,98m-Mann Nuhiu am gefährlichsten (auf unsere Frage, ob er denn glaube, dass Nuhiu noch weiter wächst, meinte Wels-Obmann Holter nach dem Spiel treffend: „Das hoffe ich nicht, sonst müssen wir ihn ans Basketball-Team abgeben“). Der SVS versucht’s jetzt vermehrt über links, wo Ebner immer besser in Spiellaune kommt. Zwingende Torchancen kann sich aber keines der Teams erarbeiten.

Dann die zweiten 15 Minuten Verlängerung und da überschlagen sich die Ereignisse – leider zu Ungunsten des SVS:
110. Minute: Der bereits gelbbelastete Lassnig sieht für ein weiteres Foul Gelb/Rot – damit nur mehr 8 Spittaler Feldspieler am Platz.
112. Minute: Wels versucht ein Powerplay aufzuziehen und rückt weit auf, verliert aber den Ball. Plattner schnappt sich die Kugel und legt einen 80-Meter-Sprint hin, kann den gegnerischen Tormann aber nicht überwinden.
115. Minute: Eckball – abgeblockt – Flanke – abgeblockt – noch eine Flanke und Madl springt am kurzen Fünfereck am höchsten und scherzelt den Ball mit dem Scheitel ins lange Eck.
116. Minute: Der Wels-Faktor schlägt zu: Spittal macht auf, ein Welser geht von rechts alleine aufs Tor, will aus 12 Metern kraftvoll abschließen, trifft den Ball aber kaum und aus einem Schuss wird eine perfekte Vorlage für den links mitgelaufenen Hanzek, der nur noch einschieben muss.
118. Minute: Wels-Faktor, die Zweite: Freistoss für Wels von links, alle fahren am flach hereingespielten Ball vorbei und der prallt von der rechten Stange hinter die Linie.

Und dann ist das Spiel auch schon vorbei, und der aufopferungsvoll kämpfende SVS muss einmal mehr mit einer Niederlage den Weg zurück nach Kärnten antreten.

 

Fazit:
Obwohl der SV Spittal ab der Halbzeit mit einem Mann weniger auskommen musste und der katastrophale Schiri fast nur gegen den SVS pfiff (in den entscheidenden Szenen lag er allerdings richtig), war man dem Vizemeister der vergangenen Saison zumindest ebenbürtig.

Der Cupbewerb ist für den SVS nun zwar zu Ende, trotzdem kann man aus diesem Spiel einige positive Schlüsse ziehen. Im Vergleich zum Spiel in Vöcklabruck war eine deutliche Steigerung erkennbar, defensiv stand man zumeist um nichts schlechter, konnte sich aber offensiv ungleich mehr Chancen erarbeiten als noch am vergangenen Wochenende. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen und wenn man auch in der Meisterschaft ähnlich auftritt, werden die Fans des SVS im Herbst noch einige Siege bejubeln dürfen.