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05.09.2008
FC Kärnten – SV Spittal 2:1 (1:0)
Sportzentrum Fischl, 300 Zuseher


1:0 Kremenovic (11’)
2:0 Topcagic (55')
2:1 Tomas Horvath (90')


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Gasser – Hirschbühl – Pertl (33. Wernitznig) / Ebner (75. Kautz) –  Denilson – Cil (62. Steinwender) – Trupp / Horvath – Plattner


 

Meisterschaftsderby für den FCK - lang ist es her, dass es Derbystimmung bei den Klagenfurtern gab. Ganz genau ist es 2688 Tage oder rund siebeneinhalb Jahre her, als der FC Kärnten in seiner Aufstiegssaison in die Bundesliga gegen Bad Bleiberg mit 1:3 den kürzeren zog. „Derbystimmung“ ist sicher auch etwas übertrieben, die 350 Anwesenden waren keine ganz würdige Kulisse für ein Derby in der Regionalliga.
 
Von der Aufstellung her beide Teams nur mit einer echten Spitze, was allerdings keineswegs defensives Rasenschach bedeutete. Nach kurzem Abtasten suchten die Teams ihr Glück in der Offensive, was sich beim FCK schnell bezahlt machte. Es war erst die 11. Minute geschrieben, als ein missglückter Ausputzer von Udo Gasser direkt vor Darko Kremenovic´ Füße landete, der nimmt den Ball elegant herunter und schießt vom 5er-Eck unhaltbar neben die Stange ein. 1:0 also, Spittal steckte den Rückstand aber recht schnell weg, griff an und kam in der Folge vor allem über Cil zu gefährlichen Standardsituationen, die nichts einbrachten. So war es dem FCK vorbehalten, für die nächste Großchance zu sorgen - Kulnik´s sehenswerter Volleyschuss wurde aber von Prekic bravourös pariert (24.). Bis zur Pause gab es noch Chancen auf beiden Seiten - keine richtig zwingenden allerdings, also blieb es bei der knappen Führung für den FCK, die angesichts der besseren Gelegenheiten auch verdient war.

Nach der Pause attackierte Spittal zumeist mit zwei Mann, erkämpfte sich so viele Bälle und drückte auf den Ausgleich. Chancen ließen nicht auf sich warten - der eingewechselte Christopher Wernitznig hatte den Ausgleich am Fuß, schoss aber alleine vor den Tor Murat Safin an - die bislang größte Chance der Spittaler, in das Spiel zurück zu kommen (49.). Viel Glück hier beim FCK, der Ball wäre mit ein wenig mehr Effet trotzdem noch ins Tor gekullert. Als kurz darauf der unsichere Klagenfurter Goalie Safin den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand führte, lag beim fälligen Freistoß der Ausgleich in der Luft - Spittal´s Kapitän Daniel Trupp führt diesen auch vorzüglich aus, hat aber Pech, der Ball klatschte von der Stange zurück (53.). Beinahe im Gegenzug dann erhöhte der FCK seine Führung mitten in der Spittaler Drangperiode - nachdem Cap eine Flanke abriss, gab es Corner und bei diesem passte niemand auf Topcagic auf, der trocken per Kopf auf 2:0 stellte und jetzt wohl endgültig als personifizierter Spittal-Schreck (5 Treffer in drei Spielen!) gilt. Nach dem 2:0 dauerte es rund 10 Minuten, bis sich Spittal neu sammeln konnte und doch noch das Spiel zu drehen versuchte. Vorher hatte man freilich einmal bange Momente zu überstehen, als Topcagic nach toller Kremenovic-Vorarbeit aus aussichtsreicher Position nur das Außennetz traf (64.).

Die letzten 20 Minuten gehörten aber Spittal. Ein Weitschuss von Trupp über das Tor, ein Steinwender-Köpfer knapp daneben, nochmals Trupp vom 16er drüber - versucht wurde alles von den Oberkärntnern, der Lohn stellte sich aber nur noch in Form eines späten Anschlusstreffers von Horvath nach einem Strafraumgetümmel ein (90.) - er kam zu spät.
Es muss aber dazu gesagt werden, dass Spittal bereits früher zum Anschlusstreffer kommen hätte können - als der ansonsten gute Schiri Krassnitzer nach Hrstic-Foul an Denilson den Gästen einen Elfmeter verwehrte (82.).

Insgesamt geht der Sieg der Gastgeber trotzdem in Ordnung, sie verwerteten ihre Chancen, waren vor dem Tor abgezockter. Kärnten damit nach dieser Runde bereits auf Rang drei in der Tabelle - zum Feiern gibt es trotzdem wenig, da die GKK am selben Tag Konkursantrag gegen den Verein stellte. Wie das weitergeht weiß niemand, Co-Trainer Grubor sprach daher davon „einfach von Spiel zu Spiel zu denken“. Spittal fiel durch den St. Veiter Sieg in Weiz wieder in die rote Zone zurück - bereits am Dienstag kann die Rabitsch-Elf das aber wieder korrigieren, es geht im vorgezogenen Spiel der siebenten Runde gegen Feldkirchen. Wie im Vorjahr brauchen die Oberkärntner aber wieder gute Nerven - man klebt hinten fest.



Spielbericht übernommen mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Knopper / www.rlmitte.info
September 2008