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Fotos / Berichte:

11.04.2009
Union St. Florian – SV Spittal 1:1 (0:1)
Sportpark St. Florian, 250 Zuschauer


0:1 Daniel Trupp (29’)
1:1 Trkulja (63’)


Aufstellung SV Spittal: Kropfhofer / Pertl – Gasser – Mpaka – Hirschbühl / Sixt (83. Mataln) – Alic – Jakirovic – Trupp / Plattner – Horvath (83. Adilovic)


Bei Sonnenschein pur und knapp 25 Grad im Schatten fühlt sich das halbe Dutzend Spittal-Fans wie bei einem Spiel der 30. Runde, in dem es um nichts mehr geht. Doch das traumhafte Wetter kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der SV Spittal ganz tief im Abstiegskampf verstrickt ist und dringende Siege braucht, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten.

Nachdem die Defensivtaktik der letzten Runden wenig gebracht hatte, probiert’s Trainer Polanz dieses Mal mit einer offensiveren Variante (2 Stürmer), außerdem tauschen Udo Gasser und Sergej Jakirovic die Position.

Das Spiel beginnt ereignisarm, die Gastgeber können aus ihrer leichten Feldüberlegenheit nichts machen und der SVS wirkt noch unsortiert, sodass sich in den ersten 20 Minuten vor den Toren eigentlich nichts tut. Dann wird der SVS stärker und kommt zu seinen ersten Torchancen: Ein gefährlicher angetragener Schuss von Daniel Trupp kann zur Ecke geblockt werden (21’) und Manuel Plattner kommt nach einem Steilpass um einen Schritt zu spät zum Ball, sodass der Tormann selbigen sichern kann (23’).

In der 29. Minute fällt dann aber die nicht unverdiente Führung für den SVS: Kontersituation, Jakirovic spielt den Ball aus der eigenen Hälfte auf die linke Seite, wo Johannes Hirschbühl gestartet ist, der läuft mit der Kugel fast bis zur Grundlinie und schlägt dann eine wunderbare Flanke in den Strafraum und der freie Trupp hat keine Probleme, den Ball aus 5,6 Metern per Kopf in die Maschen zu setzen.
Damit liegt der SVS erstmals im Frühjahr in Front und das setzt Kräfte frei, denn in den nächsten Minuten kontrolliert man das Spiel ohne Probleme. Zum Ende der ersten Halbzeit kommen dann allerdings nochmals die Gastgeber zu einer Riesenchance: Aus unerklärlichen Gründen öffnet sich im Zentrum der Spittaler Abwehr ein Riesenloch, das von den Florianern sofort mit einem Steilpass „gefüllt“ wird, Lachmayr kommt 12 Meter vor dem Tor völlig frei zum Ball, doch nachdem Uwe Kropfhofer pantherartig aus seinem Tor geeilt ist, muss der gegnerische Stürmer sofort schießen und setzt den Ball knapp übers Spittaler Tor (43’).

In der zweiten Halbzeit hat der SVS bereits nach wenigen Minuten die große Chance zur Vorentscheidung: Salih Alic mit einem tollen Außenristpass in den Lauf von Plattner, der versucht den herauslaufenden Tormann zu überheben und schafft das auch, doch der Ball geht knapp übers Tor (47’).
Trotzdem, der SVS führt weiterhin mit 1:0 und hat Spiel und Gegner unter Kontrolle. Da das dem im Stadion anwesenden St. Florian-Boss und ÖFB-Präsident Leo Windtner vermutlich nicht gefällt, versucht in der Folge Schiri Schlegl alles, um seinem obersten Boss ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Und nachdem auch die Gastgeber immer stärker werden, gerät der SVS immer stärker unter Druck und es entwickelt sich ein rassiges Spiel mit Vorteilen für die Gastgeber.

60. Minute: Alic wird am 16er von den Beinen geholt, aber die Pfeife des Schiris bleibt stumm. Im Gegenzug fällt ein Florianer um, und wie so oft an diesem Nachmittag gibt’s sofort Freistoss, wenn ein Heimischer am Boden liegt. Die Freistossflanke kann zwar abgewehrt werden, doch der Ball kommt nochmals in den Spittaler Strafraum und gelangt über Umwege zum freistehenden Sascha Trkulja, der aus gut 8 Metern von halbrechts mit einem kontrollierten Flachschuss ins lange Eck für den Ausgleich sorgt.
70. Minute: Kropfhofer kann einen Kopfball mit schöner Parade in den Corner wehren. Kurz darauf wieder eine Flanke in den Spittaler Strafraum, wieder kommt Trkulja zum Ball, aus 5 Metern schießt er im ersten Versuch unseren Goalie an, auch den zweiten Schuss kann Kropfhofer irgendwie abwehren und beim dritten Mal versuchts Trkulja wieder mit einem kontrollierten Schuss, trifft aber nur die Querlatte, von wo der Ball wieder ins Feld springt – Riesenglück für den SVS in dieser Szene!
Gleich im Gegenzug hat Makanda Mpaka nach einem Freistoss bzw. einer Ecke jeweils seinen Kopf am Ball, scheitert aber zweimal knapp.

10 Minuten vor Schluss ein Schiripfiff zum Kopfschütteln: Jakirovic-Steilpass auf Plattner, der gewinnt das Laufduell gegen einen Verteidiger, wird dann aber von diesem zu Boden gerissen. Der Schiri eilt zum Ort des Geschehens, die Spittal-Fans warten gespannt, ob’s Gelb wegen Foulspiels oder Rot wegen Torraubs für den Florianer gibt, doch dann die unschöne Überraschung: Es wird auf Foulspiel gegen den SVS entschieden.
Eine ähnlich gravierende Fehlentscheidung gibt’s in der 87. Minute, als Trupp auf und davon ist, dann aber vom letzten Mann von hinten niedergesenst wird. Rot wegen Torraubs? Nicht bei diesem Schiri – der belässt es bei einer Gelben Karte.

Dazwischen hat der SVS allerdings zweimal großes Glück, denn St. Florian kommt – ganz ohne Hilfe des Schiris – zu zwei tollen Chancen: Ein Stürmer taucht alleine vor Kropfhofer auf, der verkürzt den Winkel gut und so geht der Schuss am kurzen Eck vorbei (84’). Noch ein zweites Mal kann sich Kropfhofer in der 87. Minute auszeichnen, als er einen Schuss aus kurzer Distanz mit einem Reflex abwehren kann, den Nachschuss kratzt dann Udo Gasser von der Linie.
Die letzte gute Torchance im Spiel gehört dann dem SVS: Der eingewechselte Julian Mataln setzt rechts Mpaka ein, der mit schöner Flanke in den Strafraum, Trupp nimmt sich den Ball am Elferpunkt runter, spielt gleich zwei Gegner aus und will schießen, doch der gegnerische Tormann hat mitgedacht und kann sich die Kugel gerade noch schnappen, sonst hätte der SVS im 92. Minute glatt noch den Siegtreffer erzielt.


 

Fazit:
Wenn, ja wenn Daniel Trupp in der Nachspielzeit seine starke Leistung mit seinem zweiten Tor gekrönt hätte, hätte der SV Spittal im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen gesetzt. So aber schaut’s trotz des Punktegewinns noch schwärzer aus als vor dieser Runde: Feldkirchen, Bad Aussee, Weiz, St. Veit – alle Abstiegskonkurrenten konnten ihre Spiele gewinnen, womit der SVS weiter an Boden verloren hat. 9 Punkte beträgt jetzt bereits der Abstand auf das rettende Ufer!

Die Leistung des SVS war durchwachsen, eine Steigerung gegenüber den letzten Spielen war allerdings jedenfalls erkennbar. Am kommenden Wochenende ist der SVS spielfrei und wird aufgrund des FC Kärnten-Konkurses kampflos drei Punkte einsacken.
Danach folgen 9 Endspiele – wenn Trupp & Co über sich hinauswachsen, ist der Klassenerhalt noch zu schaffen, ansonsten würde sich der Spittaler Traditionsverein nach 27 (!) Jahren aus dem überregionalen Fußball verabschieden. Noch aber lebt die Hoffnung – noch..


Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"
April 2009