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Fotos / Berichte:

17.10.2008
TSV Hartberg – SV Spittal 4:0 (3:0)
Stadion Hartberg, 450 Zuschauer


1:0 Omladic (24’)
2:0 Bürger (37’)
3:0 Kölbl (40’)
4:0 Spanninger (90’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Trupp – Oberrisser – Pertl / Plattner (68. Mataln) – Adilovic – Cil – Wernitznig (50. Denilson) – Ebner / Horvath (68. Kautz)


Eine blamable Leistung bot der SV Spittal in Hartberg, gut dass nur zwei Caballeros dieses Begräbnis erster Klasse zu sehen bekamen. Aber der Reihe nach..

Der SVS musste wieder einmal umstellen, da die beiden Innenverteidiger Udo Gasser und Johannes Hirschbühl jeweils wegen der fünften Gelben Karte gesperrt waren. Ersetzt wurden sie vom aus dem Mittelfeld zurückgerückten Daniel Trupp sowie vom reaktivierten Florian Oberrisser.

Beide Teams gehen vorsichtig in das Spiel – aus Sicht des SVS verständlich, aus Hartberg-Sicht hingegen nicht, denn vor dem SVS in der derzeitigen Verfassung muss sich wohl niemand fürchten. Wie auch immer: Es tut sich wenig in den ersten 20 Minuten, einzig eine Hartberg-Freistossflanke, die sich gefährlich in Richtung langes Eck dreht, sorgt für ein bisschen Gefahr (4’). Der SVS kommt durch einen Freistoss von Ahmet Cil, der knapp übers Tor geht, zum ersten Torschuss (8’).
Ab der 20. Minuten verschärfen die Gastgeber und kommen in der 20. Minute zur ersten guten Chance, als ein flach hereingespielter Eckball von einem Hartberg-Spieler vom Elferpunkt übers Spittaler Tor gejagt wird.

Dann aber geht’s Schlag auf Schlag:
24. Minute: Pass aus Mittelfeld auf Bürger, der hart bedrängt von zwei Spittal-Spielern im Fallen einen perfekten Pass in den Lauf von Omladic spielt, der taucht alleine vor Nikola Prekic auf und lässt unserem Goalie mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.
32. Minute: Prekic kann sich auszeichnen und einen gefährlichen Schuss von der Strafraumgrenze bändigen.
34. Minute: Böser Fehler des leider ganz schwachen Christopher Wernitznig im Mittelfeld, Hartberg schaltet blitzschnell um, ein toller Pass in die Tiefe, ein Hartberger läuft alleine auf Prekic zu und schießt, doch unser Tormann kann den Ball mit toller Reaktion zur Ecke lenken.
37. Minute: Bürger spielt außerhalb des Strafraums Omladic an, der kann ungestört zu Bürger zurückpassen und der gibt Prekic aus 8 Metern die „Gurke“ zum 2:0.
40. Minute: Nach einem Einwurf von der Seite kann Kölbl gegen drei Spittaler etwas glücklich den Ball behaupten und auch sein Flachschuss aus 12,13 Metern passt ganz genau.

Der SVS? Inexistent! Es gelingen vor der Pause gerade einmal zwei Torschüsse, neben dem erwähnten Freistoss von Cil versucht auch Florian Sixt mittels Freistoss sein Glück, verfehlt das Tor aber deutlich (43’).

Nach der Pause reißt sich Hartberg – mit der beruhigenden Führung im Rücken – keinen „Hax“ mehr aus und so kommt der SV Spittal etwas auf: Manuel Plattner spielt Tomas Horvath schön frei, doch dessen Torschuss kann gerade noch zur Ecke geblockt werden (47’).
In der folgenden Viertelstunde tut sich rein gar nichts, einzig der eingewechselte Denilson versucht, für etwas Linie zu sorgen, tut sich dabei aber schwer, weil das Spittaler Spiel viel zu statisch und damit leicht durchschaubar ist.
Hartberg tut, wie erwähnt, nur das Nötigste, kommt aber trotzdem zu guten Konterchancen, doch Trupp (61’) sowie zweimal Florian Oberrisser (62’, 71’) können gerade noch das Schlimmste verhindern.

Trainer Rabitsch versucht mit einem Doppeltausch nochmal für frischen Wind zu sorgen (Christian Kautz und Julian Mataln kommen für Horvath und Plattner), doch die Ausbeute ist bescheiden. Aber immerhin kommt der SVS in der Folge zu 2,3 halbwegs guten Chancen – das aber wohl auch nur, weil die Hartbergspieler geistig schon beim Feiern sind:
75. Minute: Einen vom 16er-Eck gut angetragenen Denilson-Schuss aufs kurze Eck kann der Tormann mit Mühe zur Ecke wehren.
80. Minute: Nach einem kurz abgewehrten Eckball zieht Sandro Ebner aus 20 Metern volley  ab und verfehlt das Tor nur knapp.
84. Minute: Schöner Pass von Denilson Richtung Toroutlinie, Mataln flankt schön zur Mitte und der Kopfball von Kautz geht nur um Zentimeter am Tor vorbei.

Dann ist noch einmal Hartberg am Drücker: Zuerst kann Prekic einen Schuss von Schober mit der Fußspitze abwehren (84’), dann verfehlt ein Hartberger einen Stanglpass und das leere Tor (86’) und in der 90. Minute klingelt’s noch einmal, als Abwehrchef Spanninger nach einer Freistossflanke aus 6 Metern per Kopf erfolgreich ist.

Dann ist Schluss, der leicht auswärtslastige Schiri pfeift ab und während sich die gut 450 Zuschauer im bitterkalten Hartberg immerhin am Ergebnis erwärmen können, fröstelt’s die Spittaler Fraktion – nicht zuletzt aufgrund der gezeigten Leistung der Mannschaft.

 

Fazit:
Eine grauenhafte Leistung des SV Spittal führt zu einer – auch in dieser Höhe verdienten – Niederlage.

Nach diesem Spiel fällt es schwer, etwas Positives zu sehen. Aber probieren wir es trotzdem: Prekic war – abgesehen von seiner Unsicherheit beim 0:4 – ein starker Rückhalt und verhinderte ein Debakel. Oberrisser war der stärkste Abwehrspieler, was umso erstaunlicher ist als er seit einigen Monaten kein Meistschaftsspiel mehr bestritten hat. Denilson zeigte nach seiner Einwechslung einige gute Aktionen und brachte zumindest ein bisschen spielerische Linie.

Der Rest enttäuschte in fast allen Belangen. Hinten unsicher und zu weit vom Mann stehend, in der Mitte ohne jegliche Ideen und nur mit Fehl- und Sicherheitspässen in Aktion tretend und vorne in der Luft hängend. Bezeichnend, dass das Hartberger Publikum in der zweiten Halbzeit zusehends ungeduldig wurde, denn die Zuschauer spürten, dass gegen diesen SVS auch ein Kantersieg möglich gewesen wäre.

Der SVS ist damit an einem neuen Tiefpunkt angelangt, der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bereits 5 Punkte und in den letzten 5 Runden konnte man nur einen einzigen Punkt holen. Die Mannschaft spielt derzeit wie ein Absteiger, es fehlt nicht nur an spielerischen Elementen, sondern auch das Zweikampfverhalten, die läuferische Leistung und das Verhalten bei Standardsituationen sind mangelhaft.
Auf den neuen Trainer Janusz Kubica wartet viel Arbeit, nun gilt es, eine völlig verunsicherte und außer Form befindliche Mannschaft möglichst rasch aufzurichten, um in den verbleibenden drei Spielen im Herbst noch einige Punkte einfahren zu können, um dann im Frühjahr 2009 – hoffentlich – wieder richtig angreifen und den Abstieg verhindern zu können.




Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"
Oktober 2007