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Fotos / Berichte:

08.08.2008
SV Spittal – SAK Klagenfurt 3:3 (0:2)
Goldeckstadion, 650 Zuseher


0:1 Aleksic (23’)
0:2 Triplat (36’)
0:3 Zezelj (68’)
1:3 Johannes Hirschbühl (76’)
2:3 Florian Sixt (77’)
3:3 Christian Kautz (86’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Gasser – Hirschbühl – Trupp / Plattner (46. Kautz) – Wernitznig (46. Steinwender) – Cil – Denilson – Adilovic (85. Angerer) / Horvath

Immerhin ca. 650 Zuschauer, darunter einige Dutzend SAK-Anhänger, waren an einem milden Sommerabend zu diesem Derby gekommen und niemand sollte sein Erscheinen bereuten. Aber der Reihe nach:

Trainer Sepp Rabitsch hatte die Mannschaft des SV Spittal an einer Position geändert, statt Thomas Pertl begann Florian Sixt auf der rechten Abwehrseite, ansonsten begann die Elf, die am vergangenen Wochenende beim GAK einen Punkt erkämpft hatte.

Das Spiel beginnt unspektakulär, aber nach einer Viertelstunde schlägt sich die Überlegenheit des SVS auch in Torchancen nieder. Der durchbrechende Manuel Plattner kann im letzten Moment abgedrängt werden (16’), Tomas Horvath ist im Strafraum vor dem Tormann am Ball, spitzelt selbigen über den Goalie aber leider auch um Zentimeter übers Tor (17’) bzw. kann gerade noch am Torschuss gehindert werden (18’) und zuletzt köpft Udo Gasser nach einer Ecke nur knapp übers Tor (20’).

Der SAK kommt erstmals in der 23. Minute gefährlich vors Spittaler Tor – und geht mit dem ersten Torschuss in Führung: Nach einem Freistoss kann sich der SVS nur kurz befreien, der Ball kommt gleich wieder retour, gelangt auf Umwegen zu Lessnigg, der sich auf der rechten Strafraumseite gegen Daniel Trupp durchsetzen kann und seinen optimalen Stanglpass versenkt Aleksic aus wenigen Metern problemlos im linken Eck.

Trotz dieser kalten Dusche bleibt der SVS spielbestimmend, große Chancen bleiben jetzt aber aus. Einzig ein Freistoss von Ahmet Cil aus 22 Metern in die Mauer (27’) und ein Kopfball von Johannes Hirschbühl (30’, knapp drüber) verdienen Erwähnung. Vom SAK ist weiterhin wenig zu sehen, aber in der 37. Minute gelingt aus dem zweiten Torschuss das 2:0. Jolic passt in Richtung 16er, Triplat gewinnt glücklich einen Pressball, steht auf einmal frei vor dem Spittaler Tor und lässt sich diese Chance natürlich nicht entgehen. So geht es mit einem aus SVS-Sicht ernüchternden 0:2 in die Kabinen. Der SVS wechselt in der Pause zweimal, für den unauffälligen Plattner und Christopher Wernitznig kommen Christian Kautz und Stefan Steinwender.

In der zweiten Halbzeit ist der SVS noch dominanter, kann die SAK-Abwehr aber vorerst nicht knacken. Die besten Chancen vergeben in dieser Phase Ado Adilovic (56’ – nach Durchbruch über links am kurzen Eck vorbeigeschossen anstatt den – in dieser Situation – sinnvolleren Stanglpass zu spielen), Denilson (60’ – nach Ecke per Kopf knapp drüber) sowie Horvath (65’ – nach einer Ecke geht sein Kopfball genau auf den Torwart). Der müde wirkende SAK steht weiterhin tief und ist ungefährlich, einzig nach einem schönen Konter über die rechte Seite droht Gefahr, als ein Lessnigg-Schuss nur knapp vorbeigeht (64’).

Trotzdem schießen sich die Gäste in der 68. Minute die vermeintliche Entscheidung heraus: Kontersituation, der eingewechselte Zezelj wird am er 16er hoch angespielt, der ansonsten fehlerlose Nikola Prekic klebt auf der Linie anstatt rauszulaufen, und so kann Zezelj den Ball mit Mühe bändigen und schlussendlich problemlos aus 5 Metern an unserem Goalie vorbei ins Tor setzen.
Entgegen der Chancenverteilung steht’s damit 0:3 und dass dem SVS an diesem Tag das nötige Glück fehlt, zeigt sich sowohl in der 71. (ein Adilovic-Stanglpass wird gleich von zwei Spittalern um Millimeter verfehlt) als auch in der 72. Minute (nach einem Eckball kann der SAK-Tormann einen Horvath-Schuss an die Stange lenken).

Die Schlussviertelstunde beginnt und wohl niemand setzt noch einen Cent auf den SVS, als das Spielglück zurückkehrt: Nach einer Ecke von rechts samt Kopfballverlängerung fällt Hirschbühl am langen Eck der Ball vor die Füße und seinen Schuss aus 6 Metern halblinks kann der Goalie nur ins eigene Tor wehren (76’). Direkt nach dem Ankick erobert der SVS den Ball, Flanke nach vorne, der SAK befreit sich per Kopf, doch der Ball landet genau bei Sixt, der aus gut 30 Metern halbrechts volley abzieht und sein flaches Geschoss passt exakt ins lange Eck (77’).

Jetzt steht das Stadion kopf und der SVS drängt mit Vehemenz auf den Ausgleich. Den hätte in der 83. Minute fast der SAK selbst besorgt, als eine SAK-Kopfabwehr den Tormann zu einer Parade zwingt. Schlussendlich ist’s dann aber doch ein Spittaler, der für Riesenjubel sorgt: Horvath legt ab für Denilson, der weiter auf Steinwender und dessen optimaler Lochpass landet bei Kautz. Alles hält den Atem an, Kautz gegen den Tormann, das Nervenflattern des jüngsten Spielers am Platz ist fast sichtbar, doch alles geht gut: Der Schuss aus 7,8 Metern geht via Innenstange ins Netz, das Stadion tobt!

In der Nachspielzeit will der SVS den Sieg und holt ihn fast: Ein Horvath-Kopfball wird auf (oder hinter?) der Linie weggeschlagen, aber der Linienrichter hatte ohnehin auf abseits entschieden (91’) und einen Kautz-Schuss aus spitzem Winkel kann der Tormann mittels Fußabwehr entschärfen (92’). Nach 94 Minuten ist nach dem geschätzten 15. SVS-Eckball Schluss und die Spittaler Elf wird vom Publikum zu Recht mit standing ovations verabschiedet.

Fazit:
Bewertet man dieses Spiel nach Ballbesitz und herausgespielten Chancen, so hat der SV Spittal eigentlich zwei Punkte verloren. Betrachtet man allerdings die Dramaturgie des Spiels, muss man über den Punktegewinn heilfroh sein. Einen Drei-Tore-Rückstand hat der SVS nach Wissen des Schreibers dieser Zeilen in RLM-Zeiten zuhause noch nie aufholen können. Auswärts gelang dies zuletzt Im Herbst 2004 (3:3 in St. Andrä).
Auch wenn der SVS nach drei Runden weiterhin ohne Sieg dasteht, lässt das SAK-Spiel positive Rückschlüsse zu: Erstens hat der SVS Riesenherz und viel Moral bewiesen und zweitens hat man gezeigt, dass man durchaus das Potential hat, auch offensiv für Akzente zu sorgen.



Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"
August 2008