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 15.03.2009
SK Sturm Graz Amateure – SV Spittal 1:1 (1:1)
Kumberg, 400 Zuschauer


1:0 Prutsch (38’)
1:1 Daniel Trupp (40’)


Aufstellung SV Spittal: Kropfhofer / Stornig – Jakirovic – Mpaka – Pertl (91. Mataln) / Sixt – Alic – Gasser (82. Ebner) – Trupp – Hirschbühl / Plattner (89. Adilovic)


Nach einer mehr als vier Monate dauernden Winterpause wird in der Regionalliga Mitte endlich wieder gekickt und für den SV Spittal ging’s zum Auftakt gleich zum Tabellenführer, den Sturm Graz Amateuren. Lange ein Lieblingsgegner des SVS, hatten die Grazer im vergangenen Herbst in Spittal mit 2:0 gewonnen und damit den Auftakt zu einer ganz schwachen SVS-Hinrunde gesetzt.

Doch über den Winter hat sich einiges getan, auf der Trainerbank sitzt jetzt Franz Polanz und auch die Mannschaft wurde kräftig umgekrempelt. Das Dutzend Caballeros, das im beschaulichen Kumberg dabei war, bekam gleich alle fünf Neuerwerbungen im Spittal-Dress zu sehen: Uwe Kropfhofer vertrat den kranken Nikola Prekic im Tor, der von St. Veit geholte Patrick Stornig spielte hinten rechts, das neue Innenverteidigerpärchen bildeten Sergej Jakirovic (vom SKAK geholt) sowie Christian Mpaka (früher FC Kärnten) und Salih Alic (ebenfalls vom FC Kärnten geholt) bekleidete die Spielmacherposition.

Doch trotz aller Neuerungen weht dem SVS auf dem Spielfeld vom Start weg ein eisiger Wind ins Gesicht: Die jungen Grazer machen von Beginn an das Spiel und außerdem muss der SVS gegen teils böigen Nordwind ankämpfen.

Die erste Strafraumszene gehört zwar dem SVS (Daniel Trupp wird im Strafraum zu Fall gebracht – manch Schiri hätte hier vielleicht auf Elfmeter entschieden), doch dann spielen nur noch die Gastgeber. In der 6. Minute ein schöner Angriff der Grazer, ein Spieler wird 7,8 Meter vor dem Spittal-Tor schön freigespielt, doch Kropfhofer eilt blitzartig aus seinem Tor, womit er den Winkel so gut verkürzt, dass er vom Sturm-Spieler angeschossen wird.
Gut 10 Minuten später ein schrecklicher Rückpass von Jakirovic, der vom „Sturm-Riesen-Baby“ Edin Salkic abgefangen wird, doch der robuste Mpaka und der pantherartige Kropfhofer können mit vereinten Kräften das Schlimmste verhindern.
In der Folge spielen die Grazer gefällig, aber nicht allzu gefährlich. Nach einer halben Stunde geht ein Flachschuss aus 20 Metern nur knapp am Spittaler Tor vorbei, ansonsten kommen die Heimischen selten bis in den SVS-Strafraum. Der SVS ist allerdings offensiv gar nicht vorhanden, ein Freistoss von Udo Gasser in Richtung Bruck an der Mur ist gleichzeitig der erste Torschuss des SVS – und das in der 35. Minute!

In der 38. Minute ernten die Sturm Amateure den Lohn für ihre Bemühungen, das Spiel zu machen: Prutsch wird am 16er bedient und lässt seinem Ex-Kollegen im Spittal-Tor mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Einen bitteren Beigeschmack hat das Tor allerdings, denn ihm ging ein klares Foul an Gasser voran, das vom – ansonsten überaus kleinlichen – Schiri allerdings nicht gepfiffen wurde.
Allerdings schafft der SVS eine Antwort, wie sie besser nicht sein könnte: Angriff SVS durch die Mitte, Manuel Plattner spielt einen perfekten Lochpass auf Trupp und unser Kapitän behält im Duell gegen den Grazer Goalie die Nerven und sorgt für den vielbejubelten Ausgleich (40’).

Damit steht es nach einer Halbzeit, in der eigentlich nur Sturm Fußball gespielt hat, unentschieden – ein für den SVS schmeichelhaftes Ergebnis.

Nach dem Wechsel ändert sich der Charakter des Spiels einigermaßen, denn nun versucht der SVS mitzuspielen, wodurch man zwar einerseits auch den einen oder anderen gelungenen Spittal-Angriff zu sehen bekommt, andererseits aber die Grazer mehr Raum für ihre zumeist schnell vorgetragenen Angriffe vorfinden.
So z.B. in der 50. Minute, als die Grazer den Ball von nahe der Eckfahne perfekt in den Spittaler Strafraum bringen, doch der anschließende Schuss aus 10 Metern geht knapp neben unser Tor.

Es folgen die besten Minuten des SVS mit einer Topchance in der 53. Minute: Nach Foul an Alic hebt Jakirovic den fälligen Freistoss aus 22 Metern perfekt über die Mauer, der Grazer Tormann schaut dem Ball nur nach, doch die Kugel entscheidet sich dazu, wenige Zentimeter neben der Torstange die Outlinie zu überschreiten. Davor noch ein Schuss von Trupp (knapp vorbei), danach noch einer von Gasser (von einem Verteidiger noch vor der Linie abgewehrt), dann aber spielen wieder die Grazer und vergeben zwischen der 58. und der 71. Minute gleich drei fette Chancen:
Zuerst schießt ein Grazer nach perfektem Stanglpass am mehr oder weniger leeren Tor vorbei, dann ist Salkic auf und davon, bekommt den Ball aber nicht unter Kontrolle, sodass Thomas Pertl mit einer gekonnten Grätsche im Strafraum das Schlimmste verhindern kann und schlussendlich befördert ein Grazer nach einem Stanglpass von rechts den Ball im Rutschen aus 5 Metern übers Spittaler Tor.

In den letzten 20 Minuten lässt der Elan der Grazer etwas nach und wird zusätzlich vom teils harten Einsteigen des SVS gebremst (insgesamt gibt es in diesem Spiel 6x Gelb für den SVS), sodass die Schlussphase ziemlich unspektakulär verläuft und der SVS den Punkt schlussendlich relativ problemlos nach Hause schaukelt.

 

Fazit:
Mit dem Ergebnis muss man jedenfalls zufrieden sein, mehr als ein Remis kann man beim Tabellenführer nicht ernsthaft fordern. Auch nach der Verteilung der Großchancen bzw. Spielanteile ist der Punkt mit Handkuss zu nehmen, zu deutlich war das Übergewicht der Sturm Amateure.

Was die Leistung des SV Spittal betrifft, bleiben doch einige Fragezeichen zurück. Vor allem in der ersten Halbzeit bot der SVS spielerische Schonkost, war kaum am Ball und brachte nur einen guten Angriff zustande – der allerdings führte gleich zum punktbringenden Tor. In der zweiten Halbzeit konnte man das Spiel etwas offener gestalten, doch während Trupp & Co weiterhin nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor kamen, brannte es hinten einige Male lichterloh.

Goalie Kropfhofer konnte mit toller Strafraumbeherrschung einige Male gut retten, wirkte allerdings trotzdem nicht immer ganz sicher.
In der Abwehr war Mpaka der beste Mann, mit enormem Einsatz räumte er viel weg. Ihm stand Pertl nicht um viel nach, toll seine Grätsche Mitte der zweiten Halbzeit, mit der er vermutlich ein Gegentor verhinderte. Jakirovic startete schwach, war in der zweiten Halbzeit aber deutlich verbessert, bei Stornig wechselten Licht und Schatten.
Im Mittelfeld ging über die Flanken wieder einmal wenig; während Florian Sixt rechts zumindest Ansätze zeigte, fühlte sich Ex-Innenverteidiger Johannes Hirschbühl links auf der neuen Position sichtlich nicht wohl. Gasser räumte defensiv wie gewohnt einiges ab; von Alic kam relativ wenig, was allerdings auch kein Wunder war, da er zumeist kaum Anspielstationen vorfand. Trupp und Stürmer Plattner hatten ebenso einen schweren Stand, sorgten aber mit schönem Zusammenspiel für den Spittaler Treffer.

In Summe ein glücklicher Punkt für den SV Spittal und ein Spiel, das für den weiteren Verlauf der Frühjahrssaison noch alles offen lässt – weder wurde der SVS deklassiert noch zeigte er sich deutlich verbessert. Ob die Reise nach oben oder unten geht, werden daher erst die nächsten Runden zeigen, nach dem Sturm-Spiel ist noch nicht einmal eine Tendenz absehbar.

 


Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"
März 2009