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24.10.2008
Gut 500 Zuschauer – davon 10 Caballeros und ca. 50 Linz-Fans – sehen eine Anfangsphase, über die man am besten den Mantel des Schweigens hüllt. In den ersten 20 Minuten tut sich am Feld nämlich rein gar nichts, beide Mannschaften konzentrieren sich auf ihre Defensive und so verenden die wenigen Angriffe beider Mannschaften irgendwo kläglich knapp hinter der Mittellinie. Dann aber erspielt sich der SVS langsam eine Feldüberlegenheit und wird bereits in der 25. Minute beinahe belohnt: Nach einer Ecke von Ahmed Cil kommt Udo Gasser zum Kopfball und setzt die Kugel nur um wenige Zentimeter übers gegnerische Tor, der Tormann hätte nicht mehr eingreifen können. In der 32. Minute ist es wieder Gasser, der eine Chance hat, nach gutem Zuspiel von Sandro Ebner schießt er aber von der Strafraumgrenze deutlich übers Tor. Die beste Chance aus dem Spiel hat dann aber Manuel Plattner einige Minuten später: Von Cil steil geschickt, zieht er in Richtung Linzer Tor, wird dabei zwar hart bedrängt, kann aber aus recht spitzem Winkel trotzdem noch abziehen und der Ball geht ganz knapp am langen Eck vorbei. Kurz vor der Pause noch eine nennenswerte Chance für den SVS, doch nach einem Konter über Ebner kann dessen Stanglpass von einem Linzer zur Ecke abgewehrt werden, sonst hätte Manuel Plattner wohl eingenetzt. Das war’s schon mit den highlights der ersten Halbzeit, denn von den Linzern ist offensiv rein gar nichts zu sehen. Kein einziger Torschuss gelingt den Gästen in der ersten Halbzeit – zu kläglich sind deren Offensivbemühungen, zu gut steht die Spittaler Hintermannschaft. Die zweite Halbzeit hat noch gar nicht recht begonnen, als der SVS dank eines Riesenpatzers des Linzer Tormanns zur kuriosen 1:0-Führung kommt: Rückpass eines Blau-Weißen auf den unbedrängten Tormann, der will den Ball gleich weit wegschlagen, was ihm aber völlig misslingt, denn sein „Ausschüsschen“ landet genau beim an der Strafraumgrenze stehenden Ebner und nachdem der Tormann noch dazu einige Meter neben dem Tor steht, hat Ebner natürlich kein Problem, den Ball im leeren Tor zu versenken.
Riesenjubel bei den
Fans, erstmals seit 3 Wochen hat der SVS wieder ein Tor erzielt und
erstmals seit 7 Wochen ist man wieder in Führung gegangen. Doch die
Freude bei den Caballeros dauert nicht lange, was allerdings nicht am
Geschehen am Spielfeld liegt, sondern am Eingreifen einiger Polizisten,
denn nachdem ein Caballero eine Bengale entzündet hat, dauert es keine
30 Sekunden bis vier Polizisten bei unserem Fanclubmitglied sind und ihm
eine Anzeige verpassen: Verstoß gegen das Pyrotechnikgesetz, nun wird es
vermutlich ein Verwaltungsstrafverfahren geben, was dabei rauskommen
wird, ist noch unklar.
Aber zurück zum
Geschehen am Spielfeld: Durch den Rückstand zum Handeln gezwungen, wird
BW Linz in der Folge offensiver und findet dadurch auch deutlich besser
ins Spiel. Die erste gute Chance finden die Gäste in der 56. Minute vor,
als nach einer Freistossflanke ein Kopfball nur knapp am Tor vorbeigeht.
Mit diesem Torerfolg im
Rücken übernehmen die Gäste nun komplett das Kommando und drängen den
SVS weit zurück, vergeben allerdings die sich ihnen bietenden Chancen
(Kopfball knapp vorbei /74’, Prekic fängt Stanglpass ab /77’, Flanke auf
die Latte/80’).
Fazit: Die Abwehr des SVS präsentierte sich weitgehend sicher, dies vor allem dank des starken und umsichtigen Florian Oberrisser. Die Baustelle Mittelfeld konnte von Trainer Kubica in seinem ersten Spiel allerdings nicht behoben werden: Das zentrale Mittelfeld wurde zwar durch Gasser und Adilovic meist beherrscht, Akzente nach vorne gab es jedoch nur wenige, was auch an den unterdurchschnittlichen Leistungen der beiden Außenspieler Christopher Wernitznig und Cil lag. Vom Stürmerpärchen war Ebner der auffälligere, und das nicht nur aufgrund seines Torerfolgs. Nach zwei deutlichen Niederlagen hat der SVS damit immerhin wieder angeschrieben, kann damit in der Tabelle aber natürlich nicht an Boden gewinnen. Wie so oft nach einem Remis ist daher der Gemütszustand mit „gemischte Gefühle“ am besten beschrieben.
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