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24.10.2008
SV Spittal – FC Blau-Weiß Linz 1:1 (0:0)
Goldeckstadion, 500 Zuseher

1:0 Sandro Ebner (48’)
1:1 Arapovic (67’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Oberrisser – Hirschbühl – Trupp / Cil – Gasser – Adilovic – Wernitznig (65. Horvath) / Plattner – Ebner (87. Cil)


Premiere für den SV Spittal unter dem neuen Trainer Janusz Kubica und das gegen Blau-Weiß Linz, das roch nach einem spannendem Spiel (das es geben sollte) und Stimmung auf den Rängen (die es auch geben sollte, allerdings mit einem gewaltigen Schönheitsfehler).

Gut 500 Zuschauer – davon 10 Caballeros und ca. 50 Linz-Fans – sehen eine Anfangsphase, über die man am besten den Mantel des Schweigens hüllt. In den ersten 20 Minuten tut sich am Feld nämlich rein gar nichts, beide Mannschaften konzentrieren sich auf ihre Defensive und so verenden die wenigen Angriffe beider Mannschaften irgendwo kläglich knapp hinter der Mittellinie.

Dann aber erspielt sich der SVS langsam eine Feldüberlegenheit und wird bereits in der 25. Minute beinahe belohnt: Nach einer Ecke von Ahmed Cil kommt Udo Gasser zum Kopfball und setzt die Kugel nur um wenige Zentimeter übers gegnerische Tor, der Tormann hätte nicht mehr eingreifen können. In der 32. Minute ist es wieder Gasser, der eine Chance hat, nach gutem Zuspiel von Sandro Ebner schießt er aber von der Strafraumgrenze deutlich übers Tor. Die beste Chance aus dem Spiel hat dann aber Manuel Plattner einige Minuten später: Von Cil steil geschickt, zieht er in Richtung Linzer Tor, wird dabei zwar hart bedrängt, kann aber aus recht spitzem Winkel trotzdem noch abziehen und der Ball geht ganz knapp am langen Eck vorbei. Kurz vor der Pause noch eine nennenswerte Chance für den SVS, doch nach einem Konter über Ebner kann dessen Stanglpass von einem Linzer zur Ecke abgewehrt werden, sonst hätte Manuel Plattner wohl eingenetzt.

Das war’s schon mit den highlights der ersten Halbzeit, denn von den Linzern ist offensiv rein gar nichts zu sehen. Kein einziger Torschuss gelingt den Gästen in der ersten Halbzeit – zu kläglich sind deren Offensivbemühungen, zu gut steht die Spittaler Hintermannschaft.

Die zweite Halbzeit hat noch gar nicht recht begonnen, als der SVS dank eines Riesenpatzers des Linzer Tormanns zur kuriosen 1:0-Führung kommt: Rückpass eines Blau-Weißen auf den unbedrängten Tormann, der will den Ball gleich weit wegschlagen, was ihm aber völlig misslingt, denn sein „Ausschüsschen“ landet genau beim an der Strafraumgrenze stehenden Ebner und nachdem der Tormann noch dazu einige Meter neben dem Tor steht, hat Ebner natürlich kein Problem, den Ball im leeren Tor zu versenken.

Riesenjubel bei den Fans, erstmals seit 3 Wochen hat der SVS wieder ein Tor erzielt und erstmals seit 7 Wochen ist man wieder in Führung gegangen. Doch die Freude bei den Caballeros dauert nicht lange, was allerdings nicht am Geschehen am Spielfeld liegt, sondern am Eingreifen einiger Polizisten, denn nachdem ein Caballero eine Bengale entzündet hat, dauert es keine 30 Sekunden bis vier Polizisten bei unserem Fanclubmitglied sind und ihm eine Anzeige verpassen: Verstoß gegen das Pyrotechnikgesetz, nun wird es vermutlich ein Verwaltungsstrafverfahren geben, was dabei rauskommen wird, ist noch unklar.
Auch wenn das Abbrennen einer Bengale (vermutlich) ein Gesetzesverstoß ist, stellt sich nichtsdestoweniger die Frage, ob in diesem Fall nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird: Probleme mit den SVS-Fans hat es im Goldeckstadion eigentlich noch nie gegeben und wenn eine Bengale auf einer halbleeren Betontribüne abgebrannt wird, erscheint das Gefährdungspotential nicht wirklich hoch. Außerdem ist es fragwürdig, dass an die 20 Polizisten zu einer Begegnung geschickt werden, bei der es noch nie auch nur das geringste Problem gegeben hat. Könnte diese Arbeitszeit nicht anderswo besser genützt werden?

Aber zurück zum Geschehen am Spielfeld: Durch den Rückstand zum Handeln gezwungen, wird BW Linz in der Folge offensiver und findet dadurch auch deutlich besser ins Spiel. Die erste gute Chance finden die Gäste in der 56. Minute vor, als nach einer Freistossflanke ein Kopfball nur knapp am Tor vorbeigeht.
In der 67. Minute fällt dann der Ausgleich und das mit einem echten Traumtor: Nach einem Eckball klärt der SVS, der Ball geht weit aus dem Strafraum, doch der Linzer Arapovic hält trotzdem voll drauf und was normalerweise zu einem Einsatz für die Ballbuben oder Gefahr für tief fliegende Vögel führt, wird dieses Mal zu einem Hammerschuss, der aus gut und gerne 30 Metern genau im Kreuzeck einschlägt, Goalie Nikola Prekic ohne jede Abwehrchance.

Mit diesem Torerfolg im Rücken übernehmen die Gäste nun komplett das Kommando und drängen den SVS weit zurück, vergeben allerdings die sich ihnen bietenden Chancen (Kopfball knapp vorbei /74’, Prekic fängt Stanglpass ab /77’, Flanke auf die Latte/80’).
Den Matchball hat allerdings der SVS, nach Flanke von Ado Adilovic setzt Sandro Ebner den Ball in der 86. Minute per Hechtkopfball an die Stange. Das war’s dann, ziemlich pünktlich pfeift der gute, weil unauffälige, Schiri Gruber aus der Steiermark die Partie ab.

 

Fazit:
Wäre der SV Spittal nicht so dringend auf Siege angewiesen, könnte man mit dem heutigen Punktegewinn eigentlich zufrieden sein, denn der SVS konnte sich im Vergleich zu den letzten Partien deutlich steigern und hatte durchaus die Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Schlussendlich aber ein gerechtes Remis, da vor der Pause der SVS und nach der Pause BW Linz das Match diktierte, beide Teams zu einem eher zufälligen Torerfolg kamen und auch je 1x auf „Metall klopften“.

Die Abwehr des SVS präsentierte sich weitgehend sicher, dies vor allem dank des starken und umsichtigen Florian Oberrisser. Die Baustelle Mittelfeld konnte von Trainer Kubica in seinem ersten Spiel allerdings nicht behoben werden: Das zentrale Mittelfeld wurde zwar durch Gasser und Adilovic meist beherrscht, Akzente nach vorne gab es jedoch nur wenige, was auch an den unterdurchschnittlichen Leistungen der beiden Außenspieler Christopher Wernitznig und Cil lag. Vom Stürmerpärchen war Ebner der auffälligere, und das nicht nur aufgrund seines Torerfolgs.

Nach zwei deutlichen Niederlagen hat der SVS damit immerhin wieder angeschrieben, kann damit in der Tabelle aber natürlich nicht an Boden gewinnen. Wie so oft nach einem Remis ist daher der Gemütszustand mit „gemischte Gefühle“ am besten beschrieben.


Redaktionsbericht "Caballeros Spittal 03"

Oktober 2008