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18.07.2008
SV Spittal – SV Gmunden 4:0 (1:0)
Goldeckstadion, 300 Zuseher

1:0 Ado Adilovic (40’)
2:0 Manuel Plattner (51’)
3:0 Manuel Plattner (70’)
4:0 Daniel Trupp (73’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt (77. Debriacher) – Gasser – Hirschbühl – Pertl / Adilovic (69. Wernitznig) – Cil – Trupp – Ebner / Kautz (76. Mataln) – Plattner


Der SV Spittal und der SV Gmunden – das wird schön langsam eine Liebesbeziehung; allerdings eine sehr einseitige und eine vorerst beendete, da Gmunden mittlerweile in einer anderen Liga spielt.
Getroffen hat Amors Pfeil bereits letztes Jahr im Oktober, als sich der SVS in einer veritablen Krise befand und in 9 Runden gerade mal 3 Tore geschossen hatte. Dann ging’s nach Gmunden und die „Traunseenixen“ betörten den SVS mit 6 Gastgeschenken. Als die Gmundner dann im Mai in Spittal erneut 3 Punkte liegen ließen, war’s um Daniel Trupp & Co endgültig geschehen.
Und da es die Cup-Auslosung gut mit dem SVS meinte, war Gmunden – mittlerweile in die Oberösterreich-Liga abgestiegen – gleich noch mal im Goldeckstadion zu Gast. Und wieder zauberten die Oberösterreicher ein Lächeln auf die Gesichter der Spittal-Kicker…

Allerdings waren es nicht die gleichen 11 Spittaler, die Grund zur Freude hatten, denn über den Sommer wurde beim SVS wieder mal kräftig umgerührt. Für den abgewanderten Florian Oberrisser wurde Johannes Hirschbühl (Austria Lustenau) verpflichtet, für Hannes Truskaller (zu Rennweg) wurde Ahmet Cil (FC Höchst) als neue Arbeitsbiene im defensiven Mittelfeld geholt und da auch Johannes Isopp (zu St. Veit) den Verein verlassen hat, durfte der 16jährige Eigenbauspieler Thomas Pertl auf der linken Abwehrseite beginnen.
Dazu saßen auf der Ersatzbank ein paar blutjunge Spieler aus Spittal und Umgebung; die Neuverpflichtungen Denilson (Mittelfeld) und Tomas Horvath (Sturm) waren hingegen wegen fehlender Freigaben noch nicht einsatzberechtigt.

Das Spiel beginnt – ganz nach Spittaler Manier – wenig aufregend, die erste Torchance hat Manuel Plattner nach knapp 10 Minuten, doch sein Schuss wird vom Tormann aus dem kurzen Eck geholt. Nach einer Viertelstunde wird Florian Sixt im Strafraum eventuell regelwidrig vom Ball getrennt und kurz danach geht ein Schuss von Daniel Trupp nur knapp am Tor vorbei.
Nach einer knappen halben Stunde gibt’s dann die ersten wirklich guten Torchance: Christian Kautz zieht alleine aufs Tor, scheitert aber am Goalie (26’) und einen Sixt-Schuss kann der Schlussmann der Gäste gerade noch zur Ecke wehren (27’). Fast direkt im Gegenzug kommt Gmunden zu einer tollen Chance – übrigens der einzigen im ganzen Spiel: Einen Jamakovic-Schuss aus 10 Metern kann Tormann Nikola Prekic mit einem Reflex abwehren, der Ball springt zu einem Gmunden-Spieler, doch bevor der einschießen kann, wirft sich gerade noch ein Spittaler in den Ball.

In der 40. Minute dann aber die nächste Spittal-Chance und erstmals gibt’s Jubel im Goldeckstadion: Der spritzige Kautz kommt über die linke Seite, gibt zur Mitte auf Ado Adilovic, der nimmt sich ein Herz, zieht aus 20 Metern ab und der halbhohe Schuss passt genau ins rechte Eck.

5 Minuten vor der Pause geht der SVS also in Führung und ziemlich genau 5 Minuten nach Wiederanpfiff sollte dann auch schon die Vorentscheidung fallen: Sandro Ebner flankt von ganz links auf die rechte Seite zu Adilovic, der den Ball volley in den Strafraum spielt, genau auf Plattner, der fackelt nicht lange und da auch sein Schuss genau passt, steht es 2:0.

Und auch in den folgenden 20 Minuten ist es Plattner, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückt: Zuerst scheitert er noch alleinstehend am gegnerischen Tormann (63’), doch ein paar Minuten später ist „Plattigoal“ nach einer Cil-Freistoßflanke per Kopf erfolgreich (70’).
Und auch beim 4:0 in der 73. Minute hat Plattner seine Füße im Spiel, denn nach seinem Lattenschuss staubt Kapitän Trupp zum Endstand von 4:0 ab.

In der Schlussviertelstunde tut sich wenig und Trainer Sepp Rabitsch nützt den klaren Vorsprung, um den jungen Neuzugängen ein paar Minuten Spielpraxis zu ermöglichen und so kommen Christopher Wernitznig, Julian Mataln und Dominik Debriacher zu ihrem ersten Pflichtspieleinsatz für den SV Spittal. 

Fazit:
Ein verdienter Sieg für den SV Spittal, der die Fehler des Gegners kaltblütig ausnützte, teilweise aber auch recht gefällig kombinierte.
Ob man nach diesem Sieg auf eine tolle Saison hoffen darf oder ob Gmunden nur ein Muster ohne Wert war, ist allerdings noch nicht abzuschätzen. Wahrscheinlicher ist wohl zweiteres.

Die Leistung der jungen Spittaler Mannschaft (Durchschnittsalter der Startelf: 20,5 Jahre) lag aber jedenfalls über den Erwartungen, schließlich waren gleich mehrere Debütanten am Werk. Tormann Prekic hatte wenig zu tun, gleiches gilt für die Abwehr, die sich kaum beweisen musste. Im Mittelfeld fügte sich Cil nahtlos in die Truskaller-Position und Adilovic bewies erneut seine Qualität als Scharfschütze. Im Sturm bot Kautz eine tadellose Leistung und brachte viel Unruhe in die Gmundner Abwehrreihen. Spieler des Spiels war aber wohl Plattner, der nach seiner Verletzung wieder voll da ist und mit seinem Doppelpack seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unterstrich.

Jetzt stehen noch knappe zwei Wochen an, bevor’s dann wieder richtig spannend wird: Am 1. August startet die Meisterschaft mit einem Heimspiel gegen die Sturm Graz Amateure und bald darauf wird die nächste Cup-Runde ausgelost, und wer weiß: Vielleicht bekommt der SV Spittal nach Gmunden seine zweite große Liebe zugelost – einen Verein aus einer Siedlung im ewigen Nebel, die angeblich die Landeshauptstadt von Kärnten ist..


Redaktionsbericht "Caballeros Spittal 03"

Juli 2008