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15.08.2008
SV Spittal – FC Gratkorn 3:0 (2:0)
Goldeckstadion, 250 Zuseher


1:0 Tomas Horvath (18’)
2:0 Tomas Horvath (44’)
3:0 Tomas Horvath (70’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Sixt – Gasser – Hirschbühl – Pertl (52. Wernitznig) / Steinwender (63. Ebner) – Cil – Denilson – Trupp – Adilovic / Horvath (90. Kautz)


Katastrophales Wetter in Spittal: Strömender Regen seit den Vormittagsstunden, dazu wenig heimelige 13° Celsius – kein Wunder, dass das Cupspiel gegen den Vizemeister der zweithöchsten Spielklasse nur 250 unverwüstliche Fans ins Goldeckstadion lockt.

Gespielt wird aber trotzdem, Bundesligaschiri Drabek kennt keine Gnade mit den 22 Akteuren, schließlich ist der Kunstrasen auch bei stärkstem Regen bespielbar. Bei den 11 Spittalern gibt’s im Vergleich zum 3:3 gegen den SAK zwei Änderungen in der Startelf: Thomas Pertl spielt links in der Abwehr, für ihn rückt Daniel Trupp ins Mittelfeld und spielt dort gemeinsam mit Ahmet Cil den defensiven Part. Der verletzte Manuel Plattner wird von Stefan Steinwender ersetzt.

Obwohl der SV Spittal in den ersten Minuten offensiv zweimal gefährlich wird (1’: Tomas Horvath wird im letzten Moment vom Ball getrennt / 7’: Ein Steinwender-Schuss vom Strafraumeck geht knapp am kurzen Kreuzeck vorbei), gehört die Anfangsphase den Gästen, die zeigen, warum sie in der ADEG-Liga vorne mitspielen: Das Mittelfeld wird mit schnellem Direktspiel flott überbrückt und in der Offensive lösen sich die Stürmer immer wieder blitzartig von ihren Gegenspielern.
Mit Kampfgeist und Glück kann sich der SVS allerdings über den anfänglichen Angriffswirbel der Steirer retten, Schüsse gehen entweder knapp vorbei (3’, 9’) oder werden zur Beute von Goalie Nikola Prekic (11’, 12’).

Dann aber die 18. Minute: Ado Adilovic zieht auf links in die gegnerische Hälfte, spielt in die Mitte zu Denilson, der kurz verzögert und dann einen schönen Lochpass zurück auf Adilovic spielt und dessen Stanglpass verwertet Horvath wenige Meter vor dem Tor im Fallen.
Mit dem 1:0 im Rücken gewinnt der SVS deutlich an Sicherheit und das Spiel ist in den folgenden Minuten ziemlich ausgeglichen, um nicht zu sagen: fad. Am aufregendsten sind zwei Gratkorn-Chancen in der 41. bzw. 42. Minute: Einmal streicht ein Weitschuss nur knapp am Spittal-Tor vorbei und dann kann sich Prekic nach einem Eckball mit gekonnter Abwehr auszeichnen.

Der SVS hingegen behält seine 100%ige Chancenauswertung bei: Nach einem von Cil getretenen Eckball übersieht die Gratkorn-Abwehr Horvath, der völlig ungestört am Fünfer hochsteigen und den unsicher wirkenden Goalie der Steirer erneut überwinden kann, obwohl der Kopfball eigentlich ziemlich genau auf den Mann gegangen war (44’).

Nach der Halbzeit geht’s vorerst ohne Wechsel weiter, in der 52. Minute kommt allerdings Christopher Wernitznig für den gelb-rot-gefährdeten Pertl und in der 63. Minute ersetzt Sandro Ebner den vom Bundesheer geschlauchten Steinwender.
Am Charakter des Spiels ändert sich indes relativ wenig: Gratkorn versucht das Spiel zu machen, hat im Mittelfeld ein spielerisches Übergewicht, ist im Spittaler Strafraum allerdings mit seinem Latein am Ende. Daher versucht man’s mit Schüssen aus Distanz, so zB in der 48. Minute, als Prekic einen Schuss aus 22 Metern souverän bändigen kann oder eine Viertelstunde später, als sich unser Goalie bei einem Schuss aus 12 Meter halblinks schon ziemlich strecken muss.
Die höherklassigen Gäste können sich also nur wenige Chancen erspielen – daran sieht man, dass der SVS klug spielt. Im Mittelfeld ist man zwar unterlegen, kann den Spielfluss des Gegners aber immer wieder erfolgreich stoppen, teilweise auch durch taktische Fouls. Die Verteidigung steht sicher, Florian Sixt und Pertl bzw. Wernitznig machen die Flanken zu und im Zentrum räumen die starken Johannes Hirschbühl und Udo Gasser auf, insbesondere bei den zahlreichen Eckbällen und Freistoßflanken, die in den Spittaler Strafraum geflogen kommen.

Auch nach zwei Wechseln kommt Gratkorn einem Torerfolg nicht nahe. Wie’s geht, zeigt in der 70. Minute einmal mehr der SVS vor: Der starke Denilson wird am Strafraumeck im Zweikampf vom Ball getrennt, doch Sixt kommt gleich hinterher, luchst dem Gratkorn-Verteidiger den Ball wieder ab, geht von halbrechts alleine aufs Tor, schießt allerdings nicht, sondern spielt einen klugen Querpass auf Horvath, der sich am langen Eck freigelaufen hat und die Kugel über die Linie drückt.

Hatte schon vor dem 3:0 tolle Stimmung geherrscht, so schwappt die Begeisterung jetzt sogar auf die Haupttribüne über: Von gut 15 Caballeros sowie einigen jugendlichen Fans angefeuert, spenden die „Sitzer“ der Mannschaft der Mannschaft stehende Ovationen.
Mit dem dritten Horvath-Treffer ist das Spiel entschieden, Gratkorn kommt nur noch zu einer Chance, doch ein Gratkorn-Spieler, der eher zufällig freistehend vor dem Spittaler Tor zum Ball kommt, scheitert mit seinem Versuch, Prekic auszuspielen (82’). Gefahr droht jetzt am ehesten noch von oben, denn der Regen wird stärker und stärker und immer mehr Blitze zucken übers Goldeckstadion. Doch der – insgesamt gute Schiri – lässt das Spiel zu Ende spielen, in der 90. Minute holt sich „Triplepack“ Horvath bei seiner Auswechslung seinen verdienten Riesenapplaus ab und kurz darauf ist Schluss.

 

Fazit:
Der SV Spittal schafft dank optimaler Chancenauswertung sowie konzentrierter Abwehr- und kämpferischer Großleistung einen überraschenden 3:0-Sieg gegen den deutlich höher eingeschätzten FC Gratkorn.

Die mit europacup- und bundesligaerfahrenen Spielern (Strafner, Ehmann, Hassler etc.) gespickten Gäste erspielten sich zwar vor allem in der ersten Halbzeit ein teilweise deutliches spielerisches Übergewicht, kamen aber nur zu wenigen guten Torchancen. Ganz anders der SVS, der aus drei guten Torchancen ebensoviele Tore erzielen konnte.
Mann des Spiels war natürlich Tomas Horvath mit seinem Triplepack, aber auch Denilson bot eine sehr starke Leistung und war im eins gegen eins kaum zu stoppen. Der agile Ado Adilovic und die wie gewohnt nur schwer überwindbaren „Abwehr-Zwillinge“ Udo Gasser und Johannes Hirschbühl ragten ebenfalls aus der Spittal-Elf heraus, der für die gebotene Leistung ein Pauschallob gebührt.

Mit dem Sieg gegen Gratkorn hat der SVS zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend die 2. Hauptrunde (das „Sechzehntel-Finale“) des ÖFB-Cups erreicht und damit in dieser noch jungen Saison für ein highlight gesorgt. Hoffen wir, dass dieser tolle Sieg Auftrieb gibt – nicht nur in Hinblick auf den nächsten (noch auszulosenden) Gegner im Cup, sondern auch für die Meisterschaft!



Florian Gauglhofer für die Gruppierung "Caballeros Spittal 03"

August 2008