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31.10.2008
WAC l St. Andrä – SV Spittal 1:0 (0:0)
Lavanttal-Arena, 1.100 Zuschauer


1:0 Schenk (91’)


Aufstellung SV Spittal: Prekic / Pertl – Oberrisser – Hirschbühl – Trupp / Sixt – Adilovic – Gasser – Maier (51. Kautz) / Plattner – Ebner


Stadioneröffnung in Wolfsberg, bevor das Spiel beginnen konnte, gab’s daher viel Trara, Landeshauptmann, Pfarrer und andere Würdenträger sprachen bedeutungsschwangere Worte und das Stadion wurde offiziell „Lavanttal-Arena“ getauft, der Arena-Wahnsinn hat damit auch Kärntens östlichstes Tal erreicht.

Dann aber kann’s losgehen und Trainer Janusz Kubica schickt eine umgebaute SVS-Elf auf den Rasen: Der wieder fitte Thomas Pertl spielt rechts in der Abwehr, Florian Sixt spielt erstmals im Mittelfeld und im linken Mittelfeld feiert der erst 16jährige Kevin-Maier sein Kampfmannschaftsdebüt. Nicht dabei dieses Mal unter anderem Ahmet Cil (krank), Tomas Horvath (verletzt) und Denilson (nicht berücksichtigt).

Der SV Spittal setzt von Anfang an Defensive, auch das Mittelfeld arbeitet primär nach hinten. Die Gastgeber versuchen zwar das Spiel zu machen, doch aus dem Mittelfeld (Saler, Simic) kommen nur wenige Impulse und die WAC-Angreifer sind bei der Spittaler Abwehr gut aufgehoben.
Das Spiel ist somit arm an guten Torchancen. Vom SVS ist in der ersten Halbzeit offensiv wenig zu sehen, von ein paar (ungefährlichen) Standardsituationen einmal abgesehen. Der WAC kommt zweimal gefährlich vor das Spittaler Tor: Nach einem Angriff über die linke Seite wird ein gefährlicher Stanglpass zur Mitte gespielt, wo zwei Angreifer lauern, doch Johannes Hirschbühl kann mit einer tollen Grätsche den Ball zur Ecke klären, hat allerdings auch Glück, weil der Ball nur knapp am Spittaler Tor vorbei ins Out geht (20’). Die noch bessere Chance hat David Witteveen, als er nach schöner Aktion (Messner mit weitem Pass auf Korepp und der mit mustergütigem Zuspiel auf den Ex-Spittaler) aus 10 Metern völlig frei zum Schuss kommt, den Ball aber weit über das Spittaler Gehäuse jagt (38’).

Auch nach der Pause ist das Spiel wenig aufregend. Von der erwarteten WAC-Offensive (7 ihrer 13 Tore haben die Lavanttaler in der Viertelstunde nach der Pause erzielt) ist wenig zu sehen, im Gegenteil: Je länger das Spiel dauert, umso ausgeglichener wird es. Beim WAC enttäuschen vor allem Saler, Simic und Witteveen (und werden daher auch zurecht ausgetauscht). Der SVS ist weiterhin bedacht, kein Gegentor zu erhalten, wird allerdings durch die Hereinnahme von Christian Kautz (er kommt für Maier, der trotz seiner Jugend ein durchaus cooles Debüt gefeiert hat) etwas offensiver.
Eine gute Chance gibt’s in der 62. Minute, als Manuel Plattner sich knapp nach der Mittellinie auf der rechten Seite den Ball schnappt, auf seinem Weg zum Strafraum gleich drei gegnerische Spieler stehen lässt und von der Strafraumgrenze abzieht, doch Takats kann den Ball mit Mühe zur Ecke klären. Gefahr fürs Wolfsberger Tor auch in der 70. Minute, als der gute Sixt von rechts in den Strafraum zieht und schießt, sein Schuss wird aber noch vor der Torlinie abgeblockt.

Danach gibt’s wieder nur maximal Viertel- bis Halbchancen auf beiden Seiten in einem nun völlig ausgeglichenen Spiel. In den letzten Minuten der regulären Spielzeit erinnert sich der WAC allerdings daran, dass man Angriffe auch über die Flanken fahren kann. Zweimal kann die Spittal-Abwehr nach gefährlichen Querpässen in den Strafraum klären, doch in der 91. Minute kommt der WAC doch noch zum Siegtreffer: Nach einem dieser Querpässe vors Tor kann der SVS nur zur Seite abwehren, der Ball wird nochmals zur Mitte in Richtung Elfmeterpunkt gespielt, genau zu Schenk und er macht alles richtig: Überlegter Flachschuss mit dem Innenrist, keine Abwehrchance für Nikola Prekic im Tor des SVS. Eine Minute später ist Schluss und der SVS steht einmal mehr in dieser Saison mit leeren Händen da.

 

Fazit:
In einem in Summe enttäuschenden, weil chancenarmen, Spiel setzt sich der WAC glücklich, aber nicht unverdient durch. Glücklich, weil die Wolfsberger, abgesehen vom Tor, nur eine wirklich gute Torchance hatten und natürlich auch, weil der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit fiel. Nicht unverdient deshalb, weil die Heimischen zumindest versuchten, das Spiel zu machen, sich damit immerhin ein Übergewicht puncto Ballbesitz erarbeiten konnten und dem Spittaler Tor öfters nahe kamen als umgekehrt.

Der Spittaler Elf kann man trotz der Niederlage eigentlich keinen großen Vorwurf machen. Gegen den favorisierten Gegner machte man hinten dicht und hatte gegen die zumeist ideenlos durch die Mitte angreifenden Lavanttaler nicht allzu viele Probleme, offensiv lief dafür wenig. Gewisse Fortschritte waren dennoch zu sehen; auch wenn der SVS von gepflegtem Angriffsfußball noch weit entfernt ist, gab es zumindest doch den einen oder anderen gelungenen Versuch, mit spielerischen Mitteln in die Nähe des gegnerischen Tores zu gelangen.
Die besten SVSler: Florian Oberrisser (der das Abwehrspiel ordnete), Florian Sixt (der seine Aufstellung im Mittelfeld rechtfertigte und mit mehreren flinken Antritten für Gefahr sorgte) sowie Manuel Plattner (der weite Wege ging und mit seiner Spritzigkeit die WAC-Abwehr immer wieder anbohrte).

 


Florian Gauglhofer für die Gruppierung  "Caballeros Spittal 03"
Oktober 2008