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30.08.2009
SK Austria Kärnten Amateure – SV Spittal 3:1 (1:1)
Sportzentrum Poggersdorf, 100 Zuschauer


0:1 Iran Jurakic (36’)
1:1 Kröpfl (38’)
2:1 Kröpfl (57’, Elfmeter)
3:1 Orgonyi (93’)


Aufstellung SV Spittal: Krewalder; Kofler – Pertl – Jurakic – Brandner; Sixt – Hasanovic – Kautz – Krieber (27. Angerer); Jury (46. Dzeko / 67. Burusic) – Miskovic


Das gibt’s auch nicht alle Tage: Gut ein Drittel, wenn nicht gar die Hälfte der gut 100 Zuschauer bei diesem Spiel waren dem Spittal-Lager zuzurechnen. Für die Fans und Freunde des SV Spittal gab’s allerdings wenig zu lachen, denn die klar bessere Mannschaft an diesem Abend waren die SKAK Amateure.

Bereits in den ersten Minuten übernehmen die Gastgeber ganz klar das Kommando und kommen schnell zu den ersten Chancen (Nuhiu am Fünfer zu umständlich /2., Schuss eines Klagenfurters knapp vorbei /3., Schuss eines Klagenfurters übers leere Tor /10., David Krewalder nimmt dem durchgebrochenen Nuhiu den Ball vom Fuß /14.).
Vor allem über die Flanken und da insbesondere über die linke Abwehrseite des SVS spielen sich die SKAK-Amateure immer wieder problemlos in die Nähe des Spittaler Strafraums, sodass Trainer Janusz Kubica bereits nach knapp einer halben Stunde reagiert: Links im Mittelfeld bringt er für den zu offensiv agierenden Christian Krieber Marco Angerer neu ins Spiel. Freilich muss in diesem Zusammenhang schon die Frage erlaubt sein, warum der Trainer nicht durch lautstarkes Coaching eine Verbesserung herbeizuführen versucht, sondern gleich mit einem Wechsel reagiert, was das Selbstvertrauen eines jungen Spielers sicher nicht gerade hebt.

SVS-Angriffe gibt’s in der ersten halben Stunde kaum, zu zwei Chancen kommt der SVS aber trotzdem: Der am Fünfereck von Florian Jury freigespielte Florian Sixt zögert zu lange und verzettelt sich im Strafraum anstatt den schnellen Abschluss zu suchen (8’) und später hat Jury den Tormann an der Toroutlinie schon ausgespielt, sein Pass in die Mitte findet dann aber keinen Abnehmer (20’).

Nach einer halben Stunde erfängt sich der SVS etwas und kommt prompt zur ersten Riesenchance im Spiel: Sixt steckt durch auf Jury, der kommt alleine vor dem Tormann zum Schuss, doch der Klagenfurter Goalie kann den halbhohen Schuss aus wenigen Metern Entfernung irgendwie zur Ecke wehren. Direkt danach sieht der Ex-Spittaler Jakirovic Gelb wegen Kritik, da er zu heftig auf Abseits reklamiert hatte. Möglicherweise sah Jakirovic das Unheil schon kommen, denn aus der folgenden Ecke kommt der SVS zur glücklichen Führung: Sixt bringt den Ball schön zur Mitte in Richtung langes Eck, wo der völlig ungedeckte Ivan Jurakic aus maximal 5 Metern Entfernung den Ball problemlos über die Linie köpft.

Dieser den Spielverlauf auf den Kopf stellende Spielstand bleibt allerdings nicht lange bestehen: Nicht einmal 2 Minuten später steht es 1-1, nach einem langen Ball von hinten schläft die SVS-Abwehr, Kröpfl enteilt seinen Bewachern und schiebt den Ball an David Krewalder vorbei zum Ausgleich ins Tor.

Bis zur Pause tut sich nur mehr wenig, nach dem Wechsel geht’s aber gleich wieder zur Sache: Nach einem Freistoss von der Seite bekommt Antun Miskovic am langen Eck den Ball ans Knie, die Kugel knallt gegen die Stange, rollt die Linie entlang und kann dann von der Spittaler Verteidigung weggedroschen werden (48’).
Auch in den folgenden Minuten sind die Gastgeber klar tonangebend, große Chancen bleiben aber aus. Dass die Klagenfurter nach knapp einer Stunde zur Führung kommen, verdanken sie dann nur dem – ansonsten eigentlich recht guten – Schiedsrichter: Thomas Pertl klärt im Rutschen fair gegen einen Klagenfurter, der dann – ebenfalls im Rutschen – in Pertl hineinkracht. Wenn, dann ein Foul des Klagenfurters, doch der Schiri entscheidet auf Freistoss für Klagenfurt. Der Freistossball wird die Linie hinuntergespielt und vom (gerade noch schwer verwundeten) Klagenfurter scharf zur Mitte gegeben, wo Lukas Kofler mit der Hüfte zur Ecke klärt – doch zur Überraschung wohl aller Zuschauer entscheidet der Pfeifenmann auf Handelfmeter. Diese Chance lässt sich Kröpfl nicht entgehen, er verlädt Krewalder und sorgt für das 1:2 aus Spittaler Sicht.

Mit der Führung im Rücken lässt der Druck der Klagenfurter deutlich nach und somit ist das Spiel in der letzten halben Stunde deutlich ausgeglichener. Für Aufregung sorgt vorerst aber nur ein spektakulärer Wechsel auf Spittaler Seite: Der zur Pause für den (guten) Jury eingewechselte Ognjen Dzeko wird nach nicht einmal 70 Minuten schon wieder ausgewechselt – das aber absolut verdientermaßen, denn von Dzeko war außer ein paar verlorenen Zweikämpfen sowie einer beleidigten Miene (nachdem er einen Eckball nicht schießen durfte) nichts zu sehen.

Ansonsten gibt es aus Spittaler Sicht wenig zu berichten, der SVS schafft es zu keiner Zeit, die gegnerische Abwehr ernsthaft unter Druck zu setzen, viel zu ungenau und durchschaubar sind die Angriffsaktionen. Die beste Chance noch in der 86. Minute, als Christian Kautz nach Miskovic-Zuspiel mit einem scharfen Schuss aus 20 Metern am Tormann scheitert.
Aufregung dann noch mal zu Beginn der Nachspielzeit, als ein Klagenfurter im eigenen Strafraum dem ballführenden Miskovic hinten hineinsteigt: Eine durchaus strittige Szene, doch es gibt keinen Elfmeter für den SVS. Ein daraus allenfalls resultierendes Tor wäre auch nicht verdient gewesen – das ist schon vielmehr das kurz darauf fallende 3:1 für die SKAK Amateure, als Orgonyi nach schönem Kröpfl-Solo aus kurzer Distanz zum Endstand trifft.


Fazit: Natürlich ist es bitter, wenn man sich direkt nach der Führung aufgrund eines kollektiven Tiefschlafs den Ausgleich einfängt und natürlich ist es ärgerlich, wenn dem 1:2 gleich zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters vorangehen.
Insgesamt gibt es aber am Sieg der SKAK Amateure nichts zu rütteln, die Gastgeber waren im Prinzip während der gesamten 90 Minuten das bessere Team und erspielten sich vor allem im Mittelfeld ein deutliches spielerisches Übergewicht, dem der SVS wenig entgegenzusetzen hatte.